Freitag, 10. Januar 2014

Der verbotene Fluss - Susanne Goga


Herbst 1890: Die junge Deutsche, Charlotte Pauly, verlässt Berlin, um in einem Herrenhaus in England eine neue Anstellung als Gouvernante anzutreten. Mit dieser Reise bricht sie alle Brücken hinter sich ab, um ihrer unglücklichen Vergangenheit zu entfliehen. Künftig möchte sie sich ganz auf ihren neuen Wirkungsbereich und auf die Zukunft konzentrieren. Ihr Auftraggeber, Sir Andrew Clayworth, wünscht eine kompetente Hauslehrerin für seine achtjährige Tochter Emily. Das Mädchen ist erst im Frühjahr zuvor Halbwaise geworden und leidet noch sehr unter dem Verlust der Mutter. Nach ihrer Ankunft auf Chalk Hill spürt Charlotte schnell, wie sehr dieser erlittene Schicksalsschlag auf der Kleinen lastet, denn sie wird immer wieder von schweren und sehr realen Alpträumen heimgesucht. Charlotte schließt ihren Schützling sehr schnell ins Herz und möchte dem Mädchen helfen. Aber sowohl der Hausherr als auch die anderen Bediensteten schweigen, wenn es um Lady Ellens Tod und die Umstände geht. Auch die Gegend um den nahen Fluss soll unter allen Umständen gemieden werden. Es gehen seltsame Dinge um das alte Haus vor, und irgendwann sieht auch Sir Andrew ein, dass er die Vergangenheit nicht einfach verdrängen kann und die Hilfe eines „Geisterjägers“ annehmen muss. Als der Journalist Tom aus London sich der Sache annimmt, ist es schon fast zu spät. Tom und Charlotte finden ein paar sehr düstere Geheimnisse heraus.

Charlotte ist eine sympathische Protagonistin, deren Geschichte einen informativen und realistischen Blick auf das damalige Leben einer Gouvernante gewährt. Ihre neue Stellung in England tritt sie nicht nur mit Pflichtbewusstsein und Kompetenz, sondern auch mit Güte und viel Herz an. Wie gerne möchte sie dem ihr anvertrauten Kind helfen, und man spürt, wie sie darunter leidet, dass ihr dies nicht gelingen mag. Obwohl Charlotte eine unerschrockene junge Frau ist und mit beiden Beinen im Leben steht, kommt es immer häufiger vor, dass sie die Atmosphäre in dem alten Haus als bedrückend und unheimlich empfindet. Auch Tom, der mit der Klärung des Problems betraut wird, ist eigentlich ein realistischer Mensch, und doch überkommen auch ihn Zweifel, ob es auf Chalk Hill mit rechten Dingen zugeht. Er und Charlotte werden zu Verbündeten, im Kampf gegen die Geister und Schatten, die das alte Haus und die Familie heimsuchen.

Susanne Gogas neuer Roman hat mich von Anfang an gefesselt. Es war sehr schön, in die alte, englische Atmosphäre einzutauchen, und ich fand es spannend, Charlotte und Tom bei ihren Recherchen zu begleiten. Die parapsychologische Forschung war damals noch sehr jung und anscheinend sehr gefragt, denn mit der nahenden Jahrhundertwende machte sich ein ganz neues, sachliches Bewusstsein bei den Menschen breit.
Die Handlung gestaltet sich durchgehend realistisch und glaubhaft, und obwohl sich viele rätselhafte Dinge ganz logisch erklären lassen, bleibt doch bis zuletzt immer auch ein Hauch Mystik über der Sache.
Für mich war dies das erste gelesene Buch im Jahr 2014, und ich kann sagen, es war ein sehr gelungener, starker Start.
Zugleich war „Der verbotene Fluss“ für mich der erste Kontakt mit den Büchern der Autorin. Da mir der Schreibstil sehr zusagt, wird es ganz sicher nicht bei diesem einen Buch bleiben.



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