Mittwoch, 31. Dezember 2014

Monatsrückblick Dezember 2014

Im letzten Monat des Jahres 2014 habe ich 8 Bücher gelesen, das waren 2855 Seiten. So gesehen war der Dezember ein eher schwacher Lesemonat für mich, aber die Adventszeit und die darauf folgenden Feiertage waren wieder mal recht turbulent, so dass mir leider oft die Muse zum Lesen fehlte. Aber meine Auswahl war wieder überdurchschnittlich gut, denn ich konnte 5 Bücher mit jeweils 5 Sternen und 3 Bücher mit 4 Sternen beurteilen. Es war weder ein mittelmäßiges noch ein Flop für mich dabei.

Jo Baker: Im Hause Longbourn *****
Titus Müller: Der Schneekristallforscher *****
Karin Seemayer: Die Sehnsucht der Albatrosse *****
Charlotte Lyne: Kinder des Meeres *****
Mila Roth: O du fröhliche, o du tödliche *****
Cordula Broicher: Wind von Westen ****
Linnea Holmström: Weihnachten am Siljansee ****

Die Wahl meines Favoriten hat sich nicht so leicht gestaltet, denn es kamen gleich drei Bücher in die engere Wahl. Die Rangfolge war diesmal sehr eng, aber letztendlich habe ich mich für folgenden Monatsfavoriten entschieden:
"Im Hause Longbourn"
dicht gefolgt von "Der Schneekristallforscher" und "Die Sehnsucht der Albatrosse".


Neuzugänge gab es viele, so dass ich bereits zwei Beiträge im Dezember dazu gepostet habe:
http://klusiliest.blogspot.de/2014/12/neuzugange-dezember-2014.html
http://klusiliest.blogspot.de/2014/12/wichteln-und-bucher-weihnachtsgeschenke.html

Nun kamen in der letzten Woche nur noch zwei Nachzügler dazu:




Und hier ist eine kleine Auswahl an Tees, die ich in der Adventszeit entdeckt und genossen habe.
Den Zitronentee mit Ingwer hat mein Mann von einem Einkauf im Bio-Markt mitgebracht, da wir beide sehr gerne Ingwer mögen. Der Tee schmeckt toll, so richtig frisch zitronig, mit der leichten Ingwer-Schärfe. Der Cupper Tee ist der leckerste Ingwer-Zitronentee, den ich bisher getrunken habe, und er tut in vielerlei Hinsicht gut. Einmal ist er eine gute Vorbeugung gegen Erkältungen, und nach einem reichhaltigen Essen an den Feiertagen ist eine Tasse davon viel hilfreicher als jeder alkoholische "Niederdrücker".

Im Grüntee Walnuss von Teewicht sind richtige Nüsse enthalten, was man auch schmeckt. Der Tee ist ausgewogen und überraschend gut, nachdem ich mir diese Kombination anfangs so gar nicht vorstellen konnte, aber sie hat mich überzeugt.

Im Dezember durfte ich täglich ein Tütchen aus dem Tee-Adventskalender mit den süßen Winter-Eulen von Tee Maass entnehmen. Die enthaltene Mischung war kunterbunt, und es gab für jeden in der Familie etwas Passendes.
 

Der Rooibos "Holunderperle" ist an mich gegangen, und an diesem Tag habe ich noch ein weiteres allerliebstes kleines Teepäckchen erhalten, denn die kleine Schachtel mit Jasmintee war im Adventskalender, den meine Tochter für mich zusammengestellt hat. 
 

Noch zwei Stunden, dann gehört das Jahr 2014 der Vergangenheit an. Ich wünsche allen meinen Blogbesuchern einen guten Start ins neue Jahr. Tschüß dann - bis 2015

O du fröhliche, o du tödliche - Mila Roth

Der 8. Teil um Janna Berg und Markus Neumann, aus Mila Roths literarischer Vorabendserie "Spionin wider Willen"


Es ist Heiligabend. Janna Berg feiert im Kreis ihrer Familie Weihnachten. Im Verlauf des Abends kommt ihr in den Sinn, sich bei Markus Neumann für das Weihnachtsgeschenk zu bedanken. Sie weiß, dass der Agent den Abend allein in dem Irish Pub HellHole verbringt. Schnell ist ihr Entschluss gefasst und in die Tat umgesetzt. Sie fährt nach Bonn, um ihrem Partner ein wenig Gesellschaft zu leisten. Aber sie ist mit dieser Idee nicht die Einzige, denn auch Kollegin Alexa Baumgartz hat die Absicht, den Abend mit Markus verbringen. Als die beiden Frauen im HellHole zusammentreffen, ist die Stimmung nicht gerade entspannt. Wenig später beobachtet Janna, wie Alexa von mehreren Leuten, die sich als Weihnachtsmänner getarnt haben, entführt wird.
Im Institut des Geheimdienstes ist nur eine Notbesetzung anzutreffen, und so nehmen Markus und Janna allein die Verfolgung auf. Bei den Entführern scheint es sich um eine Gruppe Neo-Nazis zu handeln, gegen die Alexa vor einiger Zeit undercover ermittelt hat. Vermutlich beabsichtigt diese Organisation, die Agentin gegen ihren inhaftierten Anführer auszutauschen. Als Markus und Janna beim geheimen Versteck der Gruppe ankommen, überschlagen sich die Ereignisse. Markus wird entdeckt, und plötzlich steht Janna mutterseelenallein im Wald, ohne Aussicht auf Hilfe.

So hat sich Janna ihren Heiligabend sicher nicht vorgestellt. Statt gemütlich im Kreis ihrer Familie zu feiern, gerät sie in eine geradezu ausweglose Situation. Diese neue Episode mit Janna und Markus hat es wirklich in sich, und Mila Roth hat das weihnachtliche Kontrastprogramm sehr spannend in Szene gesetzt. Da erlebt man einerseits die friedliche Stimmung im Haus der Familie Berg, und auch im HellHole geht es gemütlich zu. Aber es gibt auch terroristische Kräfte, die sich nicht scheuen, den Weihnachtsfrieden zu stören und die allgemeine Ruhe dieses Abends für ihre kriminalistischen Zwecke zu nutzen. Und wieder einmal muss Janna beweisen, was in ihr steckt, denn auch wenn sie Zivilistin ist, die eigentlich derartige Konfrontationen mit Gewalt scheut, so fühlt sie sich doch Markus gegenüber verbunden, denn zwischen ihr und dem Agenten ist inzwischen so etwas wie eine gute Freundschaft, ja sogar eine Vertrauensbasis, entstanden. Die Art, wie sich die beiden Helden der Serie in jeder Folge ein wenig weiter aufeinander zu entwickeln, gefällt mir richtig gut, denn obwohl es immer mal ein wenig zwischen den beiden knistert, so besteht trotzdem eine gewisse Distanz, die schon durch die sehr unterschiedlichen Wesensarten und die verschiedenen Lebenssituationen bedingt ist. Es ist immer wieder fesselnd und unterhaltsam, das ungleiche Agentenpaar in Aktion zu erleben und die amüsanten Dialoge der beiden zu verfolgen. Für mich hat die Serie auch mit der 
8. Folge noch nichts von ihrer Attraktivität und Kurzweil eingebüßt, ganz im Gegenteil!


Weitere Informationen zur Serie und auch speziell zu dieser Folge findet ihr auf der Website der Autorin: Mila Roth

Weihnachten am Siljansee - Linnea Holmström


Nach dem Tod ihrer Freundin und Vertrauten Augusta weiß Inger nicht, wie es weitergehen soll, denn Augusta hat ihrem Neffen unter anderem das Haus hinterlassen, in dem Inger, zusammen mit ihrer Schwester Malena, ein Kinderheim leitet. Die Finanzen stehen schlecht, und Inger ist mit den Mietzahlungen im Rückstand. Augustas Neffe Per zeigt sich nicht besonders zugänglich, sondern ist nur daran interessiert, das Haus so schnell wie möglich zu verkaufen, um wieder in die Großstadt aufbrechen zu können. Anfangs scheint es ihn absolut nicht zu interessieren, was aus den Kindern wird, die im Heim leben. Es muss so einiges passieren, um ihn zur Besinnung zu bringen. Dem Hund Lasse, Liebling der Heimkinder und der kleinen, schüchternen Lotta gelingt es dann, sein Herz zu erweichen.

Bei diesem Buch hat mich sofort das Coverbild fasziniert und den Wunsch in mir geweckt, den Roman zu lesen. Der Klappentext verspricht: "Die ideale Lektüre für die Festtage - voller Wärme und zum Träumen schön". Die Autorin bringt auch durchaus jede Menge schwedisches Flair in ihren Roman, so dass man sich glatt in das kleine Dorf am malerischen Siljansee wünscht. Die Geschichte ist kurzweilig geschrieben und liest sich flott weg. Eigentlich ist alles in bester Ordnung: der Roman bietet gute Unterhaltung, die so richtig schön in die Weihnachtszeit passt. Nicht so ganz überzeugen konnten mich aber zum Teil die Charaktere, denn einige haben im Verlauf der Adventszeit einer wundersamen Wandlung erfahren. Da ging mir dann doch vieles etwas zu glatt und zu schnell. Besonders mit Per bin ich nicht klar gekommen, denn er fällt von einem Extrem ins andere. Aber wann, wenn nicht an Weihnachten, können noch Wunder geschehen? Und so drücke ich alle Augen zu, was die Glaubhaftigkeit diverser Entscheidungen angeht, denn schließlich ist Weihnachtszeit, und da sollen doch Wünsche wahr werden.


Fest der Herzen - Linda Lael Miller

Dieser Band enthält zwei Geschichten, hier die Kurzbeschreibungen.
  1. Geständnis unterm Weihnachtsbaum:
    Ob verirrtes Rentier, depressives Pony oder der ältere Herr, der sich für den Weihnachtsmann hält: Nichts davon kann die hilfsbereite Tierärztin Olivia O´Ballivan erschüttern. Das schafft nur ihr neuer Nachbar Tanner Quinn mit seinem Charme. Doch der gefragte Architekt bleibt nie lange an einem Ort. Für ihn ist das Projekt im verschlafenen Stone Creek bloß ein Zwischenspiel. Auch seine Nacht mit Olivia?
  2. Schicksalstage – Liebesnächte:
    Ashley O´Ballivan ist hübsch, liebenswert und erfolgreich - aber immer noch Single. Und gar nicht glücklich darüber. Besonders in der besinnlichen Weihnachtszeit träumt sie davon, romantische Stunden mit dem Mann ihres Lebens zu verbringen. Allerdings sieht es nicht so aus, als ob dieser Traum sich bald erfüllen würde - oder? Denn überraschend kehrt ihre große Liebe Jack McCall nach Stone Creek zurück ...

Mein Eindruck:
Die beiden Geschichten sind jeweils in sich abgeschlossen, gehören aber doch in gewisser Weise zusammen, denn jede handelt von einer O'Ballivan Schwester. Es tauchen die meisten Charaktere in beiden Storys auf.
Obwohl auch die Umgebung größtenteils gleich ist, so sind die Geschichten doch recht unterschiedlich. Die erste, in der es hauptsächlich um die Tierärztin Olivia geht, hat etwas Irreales, denn Olivia ist fast so etwas wie ein weiblicher Dr. Dolittle; sie kann mit den Tieren kommunizieren, was in ihrer Umgebung häufig zu irritierten Blicken oder offener Belustigung führt. Im Verlauf der Handlung begegnet sie nicht nur ihrem anziehenden neuen Nachbarn Tanner Quinn, sondern sie findet in der Nähe ihres Hauses auch ein waschechtes Rentier, und als sie dessen Besitzer, einen Weihnachtsbaumverkäufer, findet, stellt sich dieser als Kris Kringle vor. Naja, das war dann doch ein wenig dick aufgetragen.
In der zweiten Geschichte, in der Olivias Schwester Ashley die Hauptrolle spielt und die ein Jahr später, wieder um die Weihnachtszeit, spielt, entwickelt sich die Handlung alles andere als romantisch, denn Jack McCall, Ashleys alte Liebe, taucht plötzlich wieder bei ihr auf. Jack ist eine Art Geheimagent, und er ist schwer krank. Diesmal entwickelt sich die Handlung nicht märchenhaft-romantisch, sondern eher bedrohlich, schon fast in Richtung Agententhriller.

Die beiden Romane haben nicht nur Protagonisten und Hintergrund gemeinsam, sondern sie wirkten auf mich beide nicht unbedingt realistisch, so unterschiedlich sie sich auch entwickeln. Der Schreibstil der Autorin ist zwar sehr kurzweilig, und ich habe das Buch auch mit Vergnügen gelesen, aber völlig überzeugen konnte es mich nicht, denn manches wirkte doch ein wenig an den Haaren herbeigezogen. Trotzdem war die Lektüre insgesamt recht vergnüglich und gerade richtig für die Weihnachtszeit.

 bis 


Sonntag, 28. Dezember 2014

Die Sehnsucht der Albatrosse - Karin Seemeyer

Eine Frau, die nur für die Musik lebt. 
Ein Mann, der für die See auf alles verzichtet. 
Eine Reise, auf der beide an ihre Grenzen kommen.



San Francisco 1905: Die Sängerin Sarah Tanner, die unter dem Namen Emilia Rossi als Operndiva gefeiert wird,  bangt aus gesundheitlichen Gründen um ihre Stimme. Um sich zu erholen und Abstand zu gewinnen, begibt sie sich auf eine Seereise nach Hawaii. Unterwegs gerät das Passagierschiff, an dessen Bord sie reist, durch einen schweren Taifun in Seenot, und Sarah wird von einem Robbenschoner gerettet. Ihre anfängliche Erleichterung über die Bergung der Schiffbrüchigen schlägt schnell in Entsetzen und Empörung um, als ihr der Kapitän klar macht, dass er sie nicht so schnell an Land bringen kann,da ihn dieses Manöver zu viel Zeit kosten würde. So ist Sarah gezwungen, auf dem Schiff zu bleiben und die Robbenfänger auf ihrer Reise ins Beringmeer zu begleiten. Bald erkennt Sarah in John Brandon, dem Kapitän der Victory, ihre alte Jugendliebe wieder. Sein ganzes Verhalten lässt sie befürchten, dass er sie absichtlich an Bord behalten hat. Resigniert muss sie sich in ihre neue Situation fügen. In dem Matrosen Peer Svensson findet sie einen Vertrauten, der ihr mit Verständnis begegnet und ihr die Vorgänge auf dem Schiff erklärt, denn vieles in dieser rauen Männerdomäne ist Sarah völlig fremd. Doch schon bald gibt es Probleme, denn als es zu einer Meinungsverschiedenheit zwischen Svensson und dem Kapitän kommt, gerät Sarah zwischen die Fronten. Da die Mannschaft der Victory zudem nicht das erhoffte Jagdglück hat, spitzen sich die Ereignisse zu.

Das Szenario, in dem sich Sarah nach dem Taifun wiederfindet, ist der reine Alptraum und wurde von der Autorin sehr realistisch wiedergegeben. Gezwungen, für die nächsten Monate, als einzige Frau, zusammen mit einer Horde raubeiniger Seeleute, unterwegs zu sein, beginnt Sarah, sich selbst und das Leben an sich mit anderen Augen zu betrachten. Die Prioritäten verschieben sich, und es werden Dinge wichtig, an die sie bisher keine Gedanken verschwendet hatte. Dieses Leben, das so ganz anders ist als alles, was sie bisher kennengelernt hat, hält Erkenntnisse und Erfahrungen für sie bereit, die nicht immer einfach zu verkraften sind. Sarah beginnt, vieles zu hinterfragen und in einem neuen Licht zu sehen, und sie erkennt ihre Ohnmacht, wenn es darum geht, sich für Gerechtigkeit und Fairness an Bord einzusetzen, denn auf dem Schiff herrschen andere Gesetze. Ohne Widerspruch wird hier gemacht, was der Kapitän anordnet, der auch nicht zögert, seine Entscheidungen mit roher Gewalt durchzusetzen.

Zwar findet man dieses Buch oft unter der Kategorie "Liebesroman" eingeordnet, aber meiner Meinung nach wird diese Klassifizierung der Handlung ganz und gar nicht gerecht.  Hauptsächlich geht es  im Roman um das raue, abenteuerliche Leben auf See, um die Problematik, dass plötzlich  eine Frau an Bord ist, was viele der Seeleute mit Aberglauben und Argwohn betrachteten, und es werden die widersprüchlichen Probleme bei der Robbenjagd aufgezeigt. Diese war schon zur damaligen Zeit in vielen Ländern verboten, und durch Sarahs Augen erlebt der Leser auf sehr eindringliche Weise, wie brutal dabei vorgegangen wurde und andererseits, wie dringend es war, bei der Jagd erfolgreich zu sein, denn es hingen viele Existenzen davon ab.

Aber natürlich gibt es auch eine Liebesgeschichte, die sich in diesem Fall sehr besonders und ungewöhnlich entwickelt, bedingt durch die Umgebung und die Tatsache, dass die Liebenden ganz unterschiedlichen Gesellschaftsschichten angehören. Hier kommt auch der Titel des Romans ins Spiel, denn unterwegs auf See kommt es wirklich zu einer Begegnung mit einem Albatros, dessen Schicksal Sarah mit Wehmut und Traurigkeit erfüllt, ihr aber letztendlich auch eine tiefe Erkenntnis bezüglich ihres eigenen Lebens vermittelt.

Ich empfand diesen Roman als außergewöhnlich und beeindruckend, denn hier wird eine abenteuerliche Geschichte erzählt, die authentisch wirkt und sich jenseits von Kitsch und übertriebener Romantik bewegt. Ich setze eine sehr intensive Recherche voraus und bewundere das Geschick der Autorin, wie sie sehr spezielles nautisches Fachwissen ganz selbstverständlich in die Handlung einfließen lässt.



Freitag, 26. Dezember 2014

Wichteln und Bücher-Weihnachtsgeschenke

Auch heuer wurde in verschiedenen Foren wieder eifrig gewichtelt, außerdem gab es im Familenkreis Bücher unter dem Weihnachtsbaum. Hier seht ihr meine Bücher-Geschenke bzw. die Wichtelpäckchen der Aktionen, an denen ich in zwei Bücherforen teilgenommen habe.

Da war einmal das große Lovelybooks-Weihnachtswichteln. Meine Wichtelmama hat mich reich beschenkt, nicht nur mit einem Buch, das auf meiner Wunschliste ganz oben stand: 
Liz Trenow - Die vergessenen Worte
Ich habe von der Autorin schon "Das Kastanienhaus" gelesen und fand das Buch ganz toll. Darum freue ich mich nun auch auf den neuen Roman von Liz Trenow. Außerdem gab es noch einen Schal, Schokolade, Kaffee, einen Städte-Tee von Tee Gschwendner (die sammle ich ja), eine Ausgabe der wunderbaren Zeitschrift "Daphne's Diary", diverse Accessoires rund ums Buch und für Notizen, und meine Wichtelmama hat Shortbread für mich gebacken, das ist so lecker!!!

Meine Wichtelmama im Liebesromanforum hat es ebenfalls sehr gut mit mir gemeint. Von ihr gab es ebenfalls einen Städte-Tee von Tee Gschwendner, ein Brotzeitbrettchen mit Büchern, leckeren Eukalyptushonig, Nougat und niedliche Muffinförmchen mit Eulenmotiven, 

Mit zwei Mädels aus dem Liebesromanforum habe ich auch noch Geschenke getauscht und die folgenden beiden Päckchen erhalten.

Romane von Angeline Bauer lese ich sehr gerne, und so habe ich mich sehr über "Wolfstraum" gefreut. Auch auf den ersten Band der Auswanderer-Saga von Iny Lorentz bin ich sehr gespannt. Dazu gab es Grüntee Orange-Mandel-Plätzchen, der sehr lecker duftet. 

Von meiner zweiten Geschenketausch-Partnerin habe ich die DVD "Der Teufelsgeiger" erhalten, dazu ebenfalls einen Städtetee *freu* und ein ganzes Sortiment selbst gemachter Lesezeichen. Auch zwei Lesezeichen aus Metall waren dabei. Die mag ich besonders gerne als Bücherregal-Deko.

Den Schuber mit der erweiterten Ausgabe von Rebecca Gablés "Das Lächeln der Fortuna" hatte ich mir sehr gewünscht und habe es nun unter dem Weihnachtsbaum gefunden. Ich habe den ersten Teil der Warringham-Saga vor Jahren gelesen und war begeistert. Als Fan von Rebecca Gablés Romanen muss ich natürlich diese Ausgabe ebenfalls besitzen und lesen.
Das kleine Eulenbuch aus dem Diogenes.Verlag war ein Weihnachtspräsent meiner Lieblings-Buchhandlung .
 Ich hoffe, ihr seid ebenfalls reich beschenkt worden und genießt die Feiertage. 


Dienstag, 23. Dezember 2014

Kinder des Meeres - Charlotte Lyne



Alles beginnt 1509 in Portsmouth mit einem tragischen Unglück, das sich während der Festlichkeiten, anlässlich des Stapellaufs der Mary Rose, ereignet und das die Werftkinder Fenella, Anthony und Sylvester nie vergessen werden. Besonders Anthony, der Hochbegabte, ist den Menschen unheimlich, was sie ihn auch Jahre später immer wieder spüren lassen. Er ist ein Genie, wenn es darum geht, Schiffe zu entwerfen und zu bauen. Mit seinen Fähigkeiten gewinnt er auch das Interesse des Königs, und Henry VIII. möchte ihm die Mary Rose, sein Lieblingsschiff, zur Überholung anvertrauen. Aber es kommt anders, denn immer wieder schlägt dem jungen Mann Neid und Feindschaft entgegen. Fenella und Sylvester, seine besten Freunde, sind stets für ihn da, aber auch sie können ihn nicht gegen den offenen Hass schützen, der ihm so oft entgegengebracht wird. Auch gibt es eine Sache, welche die Dreierfreundschaft überschattet, denn Anthony und Sylvester erkennen, dass sie beide in Fenella verliebt sind.

Sie sind zu dritt und lieben sich gegenseitig mehr als ihr Leben, und doch sind sie so unterschiedlich. Anthony macht es einem nicht leicht, ihn gern zu haben, im Gegensatz zu den beiden anderen Werftkindern, die eine geradezu unerschütterliche Liebe in ihrem Herzen haben, nicht nur zueinander, sondern der ganzen Menschheit und dem Leben gegenüber. Anthony ist der Besondere unter ihnen, ein Genie, das seiner Sache stärker zugetan ist als jedem Sterblichen.
Während er der Dunkle ist, wirkt Sylvester dagegen wie eine Lichtgestalt. Er ist zu gut für die Welt, und er ist unerschütterlich in der Liebe zu seinen Freunden. Fenella steht zwischen den beiden ungleichen Männern, die beide ihre Freunde sind und von denen sie einen liebt: Anthony. Vielleicht könnten sie sich arrangieren und glücklich sein, wären da nicht die Umstände, die ihnen das Leben schwer machen. Das Schicksal fordert große Opfer von den Freunden und hält, neben emotionalen Höhenflügen, auch schwärzeste, tiefste Abgründe für sie bereit, und irgendwann tauchen Zweifel auf. Aber nicht immer ist das Offensichtliche auch die Wahrheit.

Charlotte Lyne spielt meisterhaft mit Worten. Sie baut filigrane und wunderschöne Kunstwerke daraus. Es ist ihre unverwechselbare Sprache, die mich gefesselt hat und die den Roman zu etwas ganz Besonderem macht. Gerade wenn es darum geht, Emotionen zu beschreiben, gelingt ihr dies meisterhaft.
In die phantastische Geschichte um ihre drei Werftkinder hat die Autorin sehr viele geschichtliche Tatsachen verwoben, so ist man ein stiller Beobachter Henrys VIII, man begleitet ihn durch seine sechs Ehen. Besonders über Anne Boleyn, ihre Ansichten und Beweggründe und über ihr Schicksal, erfährt man einiges. Man macht Bekanntschaft mit interessanten historischen Charakteren, wie beispielsweise mit Thomas Cranmer, und man lernt, Verständnis für die Handlungen des Königs aufzubringen.

Während man diesen Roman liest, erfährt man viel Schreckliches, das sich die Autorin jedoch, im Gegensatz zu ihren fiktiven Werftkindern, nicht ausgedacht hat, sondern das zur damaligen Zeit durchaus so oder ähnlich geschehen ist. Die Ereignisse wühlen auf und verlangen dem Leser viel Verständnis ab. Manchmal habe ich gezweifelt, wo mich die Handlung hinführen wird, und über einige Wendungen in der Geschichte war ich auch traurig, aber letztendlich hat sich alles stimmig gefügt, so dass ich am Ende das Buch zufrieden, wenn auch mit leisem Bedauern, zuklappen konnte.




Montag, 15. Dezember 2014

Wind von Westen - Cordula Broicher

Niederwesseling 1793. Agnes, die junge Halfin des Kirchhofs, ist nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes gezwungen, sich so bald wie möglich neu zu vermählen. Die Wahl ihres Vaters Jakob Frings fällt auf Balthasar Broicher, den fünften Sohn eines wohlhabenden Halfen aus dem benachbarten Godorf. Die Zeiten sind unruhig. Die Alliierten pressen die letzten Heu- und Haferrationen aus den Bauern heraus, von Westen droht der Einmarsch der französischen Revolutionsarmee. Der Kirchhof ist schon seit langem verschuldet, doch nun drohen Einquartierungen und Repressalien den Menschen im Dorf ihre Lebensgrundlage zu entziehen.  Das sind jedoch keine Gedanken, mit denen sich Balthasar dieser Tage beschäftigt, schon seit Jahren heimlich in Agnes verliebt, sieht er sich endlich am Ziel seiner Träume. Doch am Hochzeitstag schaut er nur in feindselige Gesichter. Wird er sich gegen Jakob Frings Tyrannei behaupten, und, vor allem, wird er das Herz seiner Frau erobern können?

Mein Eindruck:
Mit diesem Roman betritt die Autorin ein völlig neues Terrain, denn bisher hat sie zeitgenössische Spannungsromane geschrieben. „Wind von Westen“ ist in mehrerer Hinsicht anders. Zum einen spielt die Geschichte Ende des 18. Jahrhunderts, während des ersten Koalitionskrieges, als französische Truppen Köln und das rheinische Umland besetzten und die Bevölkerung in Atem hielten. Die Bauern von Niederwesseling bleiben von Einquartierungen und hohen Abgaben ebenfalls nicht verschont. Auch Balthasar Broicher hat Existenzsorgen, denn der Kirchhof, dem er nun als Halfe vorsteht, ist verschuldet, und doch ist Balthasar glücklich, denn mit Anges' Heirat hat sich sein Traum erfüllt, ist er doch schon seit langer Zeit in die junge Frau verliebt. Aber es braucht seine Zeit, bis Agnes ihr Misstrauen ihm gegenüber aufgibt und seine Gefühle erwidert.
Eine weitere Besonderheit dieses Romans ist, dass Cordula Broicher die Geschichte ihrer eigenen Vorfahren erzählt, wie man bereits an Balthasars Nachnamen erkennen kann. Es ist eher eine Geschichte der leisen Töne, denn es sind größtenteils keine spektakulären Ereignisse, von denen hier berichtet wird, sondern die Autorin schildert den normalen Alltag einer Bauernfamilie zur damaligen Zeit. Es war ein ständiger Existenzkampf, den Balthasar Broicher mit seiner Familie ausfechten musste. Durch die schwierigen Lebensumstände kommt es teilweise auch zu Neid und Missgunst unter den Bauern, und gewisse Vorkommnisse schüren den Aberglauben in der Bevölkerung. In dieser Beziehung ist Balthasar ein aufgeschlossener und verständiger Zeitgenosse, der sich nicht so leicht ins Bockshorn jagen lässt. Er sorgt für seine Familie und beschützt sie. Was für die damaligen Menschen Normalität war, ist für uns heutzutage in mehrfacher Beziehung unvorstellbar.
Mit ihrem gewohnt schönen Schreibstil hat Cordula Broicher die Geschichte ihrer Familie zur damaligen Zeit mit Leben erfüllt und den Charakteren ein Gesicht gegeben, und man kann sich sehr gut in die Ereignisse hinein versetzen. So gesehen hätte ich dem Roman durchaus fünf Sterne gegeben. Es gab für mich nur einen Wermutstropfen bei der Sache, denn es kommen viele mundartliche und auch französische Redewendungen vor, die zwar alle im Anhang erklärt sind, aber da ich den Roman als eBook gelesen habe, war es mir mit der Zeit recht mühsam, die Begriffe alle nachzuschlagen. Das hat meinen Lesefluss häufig ausgebremst, und ich habe zuletzt darauf verzichtet, immer die Erklärungen nachzulesen, was wiederum manchmal auf Kosten des Verständnisses ging. Zwar kann man sich das meiste sinngemäß zusammenreimen, aber eben nicht immer. Zudem interessiert es mich sehr, wie die Menschen ihrer Zeit und ihrer Gegend gesprochen haben. Dass diese Begriffe im Roman vorkommen, macht ihn authentischer, aber hier hätte ich mir die Erklärungen als Fußnoten auf den jeweiligen Seiten gewünscht.
Dies würde mich jedoch ganz sicher nicht hindern, weitere historische Romane der Autorin zu lesen, denn letztendlich war ich fasziniert von diesem realistischen Einblick in die damalige Zeit.

Auf Cordula Broichers Website gibt es noch interessante ergänzende Informationen zum Roman und eine Leseprobe. Schaut doch dort einmal vorbei.


Wie ich inzwischen von der Autorin erfahren habe, ist das mit den Erklärungen in der Printausgabe besser gelöst, dort hat man sie als Fußnoten auf den jeweiligen Seiten.





Mittwoch, 10. Dezember 2014

Der Schneekristallforscher - Titus Müller


1887: Wilson Bentley hat eine außergewöhnliche Leidenschaft: er sammelt Schneeflocken.
Die meisten Einwohner des kleinen Ortes Jericho, nahe der Green Mountains, leben von der Landwirtschaft und haben kein Verständnis für derartige „Spinnereien“, wie sie es nennen. Sie betrachten Wilson als Sonderling, denn von Schneeflocken und deren Betrachtung kann man nicht leben. Auch seine eigene Familie, besonders sein Vater und sein Bruder, reagieren mit Unmut auf seine Forschungen. Nur bei der jungen Lehrerin Mina aus New York findet er Verständnis. Sie zeigt Interesse an seiner Arbeit und den Fotografien, die er, mit Hilfe eines Mikroskops, von den filigranen Schneekristallen macht, und sie ist fasziniert von seiner Art, die Dinge zu betrachten. Langsam entwickelt sich eine tiefe Zuneigung zwischen Wilson und der jungen Lehrerin. Sie führen tiefsinnige Gespräche über Gott und die Welt. Wilson findet Gott nicht in der Kirche, sondern er begegnet ihm in der Natur, was Mina auch gut nachvollziehen kann.
Aber dann muss die junge Frau plötzlich zurück nach New York und hinterlässt Wilson einen liebevollen Abschiedsbrief. Wilson kann sich nicht damit abfinden, dass Mina für immer aus seinem Leben verschwunden sein soll. Bei der nächsten Gelegenheit, die sich ihm bietet, beschließt er, sie in New York zu suchen, ein schwieriges Unterfangen, wie er schnell feststellen muss, aber er kämpft beharrlich um sein Glück.

Mit Wilson und Mina hat diese wundervolle Erzählung ein äußerst sympathisches Protagonistenpaar. Beide Charaktere sind sehr liebevoll beschrieben.
Wilson Bentley ist keine Erfindung des Autors, sonder er hat wirklich gelebt und die Schneekristalle erforscht. Auch Mina hat es gegeben. Ob sie die große Liebe seines Lebens war und wie sich die Beziehung entwickelt hat, ist nicht sicher, aber man hätte den Beiden alles Glück der Welt gewünscht. Als Mina aus Jericho abreist, hinterlässt sie eine Lücke in seinem Leben, mit der er sich nicht abfinden möchte. Unbeirrt kämpft Wilson für seine Liebe. Minas Beweggründe, warum sie auf ihr Lebensglück verzichtet, kann man sehr gut nachvollziehen, und sie sind bewundernswert.

Die Erzählung ist zauberhaft und hat etwas Magisches, wenn sie beschreibt, wie Wilson die Wunder der Schöpfung in der Natur, in den allerkleinsten und so vergänglichen Dingen findet. Es ist eine Geschichte der leisen Töne und doch von ungeheurer Kraft, eine Erzählung zum Genießen, Staunen und Träumen. Nicht zuletzt die wundervolle Gestaltung des Buches, der samtig überzogene Einband, geschmückt mit geprägten Schneekristallen und silberfarbenem Druck, macht dieses Büchlein zu einem wertvollen Geschenk für einen lieben Menschen, gerade jetzt, zum nahenden Weihnachtsfest.

 

Dienstag, 9. Dezember 2014

Neuzugänge Dezember 2014

Heute ist erst der 9. Dezember, und doch hat sich schon wieder einiges angesammelt, so dass ich einen Zwischenstand meiner Neuzugänge zeigen möchte. Ich habe Geschenke gebraucht und darum eine größere Bestellung bei Arvelle getätigt. Dabei konnte ich nicht widerstehen, auch ein paar Bücher für mich selbst mit zu bestellen. (man gönnt sich ja sonst nichts *ggg*
Die folgenden fünf Bücher sind also neu bei mir eingezogen:
  • Sigrid Hunold-Reime: Die Pension am Deich
    Ein Buch, das schon länger auf meinem Wunschzettel steht, von dem mich die Inhaltsangabe und das Cover zugleich angesprochen haben.
  • Friederike Schmoe: Schweigfeinstill (Kea Laverdes 1. Fall)
    Die Bücher von Friederike Schmoe wurden mir wärmstens empfohlen, und da die Krimis in meiner Heimat Franken spielen (die Autorin ist gebürtige Oberfränkin), sind sie besonders interessant für mich.
  • Greg Kincaid: Ein Hund zu Weihnachten
    Ein wenig stimmungsvolle Weihnachtslektüre für die Feiertage muss sein
  • Sabine Ebert: Die Spur der Hebamme
    Der zweite Band von Sabine Eberts Hebammen-Reihe, die ich mir nach und nach vervollständigen möchte
  • Claudia und Nadja Beinert: Die Herrin der Kathedrale
    Von diesem Roman habe ich schon viel Gutes gelesen, so dass ich neugierig geworden bin.


Weihnachtszauber, Sternenglanz: Diesen zauberhaften Adventskalender hatte ich  mit bestellt und schon verschenkt. Es ist ein Klappkalender, bei dem man, durch die Spiralbindung, täglich ein Blatt umschlagen kann. An jedem Tag im Advent findet man eine kleine Geschichte zum Vorlesen oder Selberlesen, dazu ein stimmungsvolles Bild, das zum Betrachten einlädt und ein geheimnisvolles Türchen, hinter dem sich noch ein winziges Bild, immer passend zur jeweiligen Geschichte, versteckt. Der stabile, aufklappbare Fuß aus dicker Pappe gibt dem Adventskalender einen sicheren Stand, und die Geschichten sind so zauberhaft, dass man sie gerne alle Jahre wieder liest und die Bilder dazu betrachtet.

Diese beiden Büchlein von Andrea Schacht ergänzen meine Sammlung der Weihnachts-Tiergeschichten aus dem Verlag Rütten und Loening. Ich habe im gleichen Format bereits einige Hundegeschichten von Petra Schier, siehe hier, hier, hier und hier. Die Ausstattung der kleinen Bände gefällt mir außerordentlich gut, und immer wenn ich ein passendes Buch entdecke, das ich noch nicht habe, kann ich nicht widerstehen, denn die kleinen Geschichten sind geradezu ideal für die stimmungsvolle Adventszeit. Ich finde, die hübsch ausgestatteten Büchlein eignen sich auch sehr gut zum Verschenken.


Das war es auch schon für heute, und wie ihr seht, bin ich mit weihnachtlicher Lektüre nun reichlich eingedeckt. 

Sonntag, 7. Dezember 2014

Im Hause Longbourn - Jo Baker


Als ich in der Vorschau gelesen habe, dass sich dieser Roman an Jane Austens „Stolz und Vorurteil“ anlehnt, war ich zunächst skeptisch, denn wer kennt nicht die Familie Bennet, ständig bemüht, eine ihrer fünf Töchter unter die Haube zu bringen.Diesen Klassiker fortzuführen, das kann nicht gut gehen, dachte ich. Aber Jo Bakers Ansatz ist ein ganz anderer. Ihr Roman ist keine Fortsetzung, sonder er verläuft parallel zu Jane Austens Geschichte, nur der Blickwinkel ist anders. Man erlebt auch hier, wie in der Nachbarschaft der Bennets eines Tages der wohlhabende Mister Bingley einzieht. Für Mrs. Bennett ist er sofort ein geeigneter Heiratskanditat für eine ihrer reizenden Töchter. Man liest darüber, wie Mister Collins, Bennets Cousin und Erbe des Anwesens, um die Hand der zweitältesten Tochter Elizabeth anhält und abgewiesen wird. Man lernt Mr. Darcy, Bingleys Freund, kennen und erfährt einiges über den Offizier Wickham, der im Hause Longbourn ebenfalls häufig ein und aus geht und sich um die Töchter bemüht, wenn auch nicht gerade aus immer ehrenvollen Gründen. Das alles kennt man bereits, wenn man „Stolz und Vorurteil“ gelesen hat, aber diesmal ist das Geschehen rund um die Bennets in den Hintergrund gerückt. Man erfährt mehr über diejenigen, die bei Jane Austen nur eine Nebenrolle haben, nur am Rande erwähnt werden oder gar nicht in Erscheinung treten. Aber hinter den Kulissen des Haushalts arbeiten Menschen mit Gefühlen, Sorgen und Hoffnungen. Was man in anderen Romanen kaum zu lesen bekommt, erfährt man nun aus allernächster Nähe, denn hinter der eleganten Erscheinung der Bennet-Töchter steckt jede Menge Mühsal und Arbeitsaufwand. „Wenn Elizabeth Bennet ihre Petticoats selbst waschen müsste, würde sie bestimmt sorgfältiger mit ihnen umgehen“, denkt sich das Hausmädchen Sarah, während sie die Wäsche schrubbt, Flecken entfernt und Schuhe säubert. Sarah träumt von einem anderen Leben, über das sie selbst bestimmen möchte. Sie spürt, dass es für sie nicht alles sein kann, den Bennets die Wäsche zu waschen und das Haus zu putzen. Als Mr. Bennet einen neuen Hausdiener einstellt, stürzt dessen Erscheinen Sarah in ein Gefühlschaos, denn obwohl sie ihn einerseits nicht beachtet, wünscht sie sich nichts mehr als die Aufmerksamkeit des schweigsamen, ernsten jungen Mannes. James geht es mit ihr ebenso, aber seine dramatische Vergangenheit hält ihn davon ab, sich Sarah zu nähern, denn er möchte sie nicht in seine düstere, geheimnisvolle Geschichte hineinziehen.
Zudem gibt es noch ein Geheimnis, das Mrs. Hill, die Köchin, hütet...

Die Autorin gibt den Bediensteten der Bennets eine ganz eigene Geschichte. Diesmal spielen sie die Hauptrolle, während die hohen Herrschaften mehr oder weniger als Statisten auftreten. Neben ausgiebigen Schilderungen der mühsamen Arbeiten, für die Sarah und ihre Kollegen verantwortlich sind, erzählt die Autorin auch die Geschichte einer zarten Liebe, die sich heimlich anbahnt und das Leben der Beteiligten grundlegend verändert.


Ich habe diesen Roman sehr genossen, und ich habe „Stolz und Vorurteil“ hervorgeholt und immer wieder parallel zur aktuellen Geschichte darin geschmökert, denn es ist immerhin schon sieben Jahre her, dass ich Jane Austens Werk gelesen habe, und über so eine lange Zeit vergisst man doch viele Einzelheiten. Aber schon während des Lesens von Jo Bakers Roman habe ich viele Begebenheiten wiedererkannt. Gerade das Nebeneinanderlesen der zwei Bücher hat mir sehr gefallen, und ich kann es jedem empfehlen, der beide Romane zuhause im Regal hat. Aber auch, wenn man „Stolz und Vorurteil“ noch nicht kennt, findet man sich mühelos in Jo Bakers Geschichte zurecht, denn sie steht sehr gut für sich allein, nur eben das Wiedererkennen fehlt. Aber ich könnte mir gut vorstellen, dass diejenigen, die ihn noch nicht kennen, anschließend das Bedürfnis haben, den Klassiker ebenfalls zu lesen.

„Im Hause Longbourn“ ist ein außergewöhnlicher, großartig geschriebener, gefühlvoller Roman, mit facettenreichen Charakteren und sehr viel authentischer Information zu den schweren Lebensbedingungen der damaligen Zeit, wenn man nicht zur gehobenen Klasse gehörte. Ich kann ihn wärmstens empfehlen, nicht nur eingefleischten Austen-Fans, sondern allen, die sich gerne mit der Vergangenheit beschäftigen und historische Romane lieben.  




Sonntag, 30. November 2014

Monatsrückblick November 2014

Heute ist schon der erste Advent, und das letzte Zwölftel des Jahres 2014 bricht an. Es ist erschreckend, wie die Zeit rennt. Dafür, dass ich an manchen Tagen überhaupt nicht zum Lesen gekommen bin, habe ich doch einiges geschafft.
Ich habe im November insgesamt 11 Bücher gelesen, das waren 3088 Seiten.

Hier nochmal die ausführliche Übersicht:
Wow, ich sehe, es waren im November durchwegs Vier- und Fünf-Sternebücher. Mit so einem Lesemonat kann man wirklich zufrieden sein! Obwohl ich einigen Büchern die volle Sternezahl gegeben habe, ist eines dabei, das mein absolutes Monatshighlight war und das sich daher den Siegerkranz verdient hat. Es ist - TUSCH....: Brigitte Jansons "Winterapfelgarten"


Neuzugänge gab es auch ein paar, aber sie haben sich einigermaßen im Rahmen gehalten. 
"Kinder des Meeres" von Charlotte Lyne lese ich gerade im Rahmen einer Leserunde bei Leserunden.de und bin sozusagen bereits mittendrin in der Geschichte.

"In einem weiten Land" von Johanna Nicholls habe ich als Rezensionsexemplar erhalten. Mit 736 Seiten ist es ein ziemlicher Wälzer, der lt. Inhaltsangabe zu großen Teilen in Australien im 19. Jahrhundert spielt.
"Die Tuchhändlerin" von Ivonne Hübner habe ich ertauscht, da mir von der Autorin  schon "Im Land der Sümpfe" so gut gefallen hat.

"Im Jahr des Skorpions" von Isabell Pfeiffer stand lange auf meiner Wunschliste. Nun habe ich es durch einen Tausch in der Bücher-Überraschungsgruppe bei Facebook erhalten.

Zwei Highlander-Romane wurden mir von der Autorin zugeschickt, und ich bin schon gespannt darauf. Allerdings werde ich wohl erst im neuen Jahr dazu kommen, sie zu lesen.

"Tochter der Elbe" von Ricarda Jordan habe ich bereits im Oktober gelesen. Es gab dazu eine Leserunde bei Lübbe.de, und mir wurde die Druckfahne zur Verfügung gestellt, um den Roman vorab zu lesen. Nun habe ich auch das fertige Buch für meine Sammlung erhalten, zusammen mit einer signierten Karte der Autorin.
Tee trinke ich zwar das ganze Jahr über, aber im Winter natürlich verstärkt, und die Auswahl ändert sich auch passend zu den jeweiligen Jahreszeiten. Wenn im Herbst neue Sorten in den Teeläden einziehen, kann ich immer nicht widerstehen, was man an der winterlichen Auswahl sehen kann, die ich euch im November vorstellen möchte.
Den Anfang mache ich mit zwei Sorten vom Teewicht:
Bambustee "Orangengarten", natürlich aromatisiert. Ein wunderbarer Tee, den man gut auch abends genießen kann, wenn man Probleme mit Coffein hat. Man sieht schon an der Mischung, dass richtige Orangenstücke im Tee enthalten sind. Außerdem sind auch Sonnenblumenblüten und kandierte Papayastücke enthalten, die den Geschmack sehr schön abrunden.

Schwarzer Tee "Gewürzkuchen". Der Tee schmeckt wirklich ein wenig wie Gebäck, sehr würzig, fast weihnachtlich, dabei aber auch mit fruchtigen Komponenten, denn auch hier sind kandierte Papayastücke und Mangostücke enthalten. Die Basis ein ein kräftiger Assam, und neben Zimt, Ingwer und Cardamom erhält der Tee sein Aroma auch durch Orangenschale. Als kleine Besonderheit sind Schokoladensternchen enthalten, die beim Aufgießen schmelzen und dem Tee etwas Weiches verleihen.

Mit dem Herbst ist auch Herbert wieder eingezogen und hat es sich in meinem Teeschrank gemütlich gemacht. Er kommt aus dem Teeladen, in dem ich gerne einkaufe und ist quasi der kleine Bruder von Karlheinz. Ich mag sie beide und kann mir den Herbst ohne sie nicht vorstellen, denn das Aroma ist einfach unvergleichlich und lässt sich nur schwer in Worte fassen, die dem Tee gerecht werden. Mein Tipp: auch wenn man normalerweise Anis und Fenchel nicht mag, sollte man diese Mischung probieren, denn der Geschmack ist sehr ausgewogen, und keines der Gewürze schmeckt zu stark hervor. 

Meine vierte Empfehlung habe ich selbst gemischt, was ganz einfach ist und interessante Ergebnisse bringt. Ich hatte einen grünen Bio-Rooibos pur, also völlig ohne Aroma. Dazu gegeben habe ich ein paar Tropfen Orangen-Würzessenz, die es von Primavera direkt für die Aromaküche gibt. Ich habe das ätherische Orangenöl einfach auf den Tee geträufelt, die Dose verschlossen, leicht durchgeschüttelt und ein paar Tage durchziehen lassen. Dann hat man einen leckeren Orangen-Rooibos, bei dem man die Intensität des Aromas selbst bestimmen kann. Ich empfehle, mit wenigen Tropfen anzufangen und bei Bedarf lieber noch ein wenig Öl nachzuträufeln, wenn man das Aroma kräftiger mag.

Seit einigen Tagen duftet es auch wieder richtig gut und würzig. 
Ich habe bereits im letzten Advent ein tolles Überraschungspäckchen bei Letters from Juliets Adventsverlosung gewonnen. Unter anderem waren auch zwei schöne Kerzen von Bartek Candles im Dekoglas im Paket, eine davon brennt nun seit einigen Tagen und verbreitet ihren feinen Duft "Ginger Bread", und außerdem sieht sie auch noch wunderschön aus, wenn die Motive von innen beleuchtet sind. Wenn die Kerze leer gebrannt ist, werde ich das hübsche Glas mit Teelichtern weiter verwenden.


Nun wünsche ich euch einen schönen Start in den letzten Monat des Jahres und eine wunderbare Adventszeit. Es liegen so viele tolle Bücher auf meinem SuB, die ich im Dezember lesen möchte, auch weihnachtliche Lektüre ist dabei.
Wie geht es euch, lest ihr im Dezember gerne speziell winterliche oder weihnachtliche Bücher? 







Canterbury Requiem - Gitta Edelmann


Die junge Autorin Ella Martin lebt erst seit ein paar Wochen in Canterbury. Ihr Verlag hat sie zur ausgiebigen Recherche dorthin geschickt, um Eindrücke für ihren neuen Liebesroman zu sammeln. Bei einer Chorprobe, die Ella besucht, um Anschluss zu finden, lernt sie auch Aileen kennen. Als letzte verlassen die beiden Frauen das Gebäude und machen sich getrennt auf den Heimweg. Am nächsten Tag erfährt Ella, dass Aileen tot ist; sie wurde überfahren. Was zuerst nach einem tragischen Unfall mit Fahrerflucht aussieht, erweist sich als viel komplizierter, denn Aileen stand zum Zeitpunkt des Unfalls unter starken Beruhigungsmitteln. Nachdem die Polizei auch Ella als Verdächtige verhört hat, beschließt diese, dass es nicht schaden kann, selbst ein wenig nachzuforschen, denn es ist ein Rätsel, wieso Aileen eine derart hohe Dosis des Beruhigungsmittels genommen hat. Wollte sie vielleicht ihrem Leben selbst ein Ende setzen, oder steckt gar noch jemand anderes dahinter? Ella hört sich in Aileens Familie und Bekanntenkreis um. Sie freundet sich mit allen möglichen Leuten an und trifft sich mit zwei alten Damen zum Häkelkränzchen. Dabei macht sie einige überraschende Entdeckungen, aber auch schmerzhafte Erfahrungen...

Schon die äußere Aufmachung dieses Krimis ist sehr ansprechend. Das dunkle Cover wirkt geheimnisvoll und ein wenig alt. Jedes Kapitel wird von einem kleinen Bild eingeleitet, das die Silhouette Canterburys zeigt, wie auch schon der Einband. Ella ist eine sympathische junge Frau, die sich schon nach kurzer Zeit gut in der Stadt eingelebt hat. Sie findet leicht neue Kontakte. Sie freundet sich mit Agatha, der ehrenamtlichen Mitarbeiterin eines Charity-Shops, an und besucht regelmäßig die Chorproben. Eigentlich soll sie ja einen Liebesroman schreiben, aber nach Aileens Tod sind eher ihre kriminalistischen Fähigkeiten gefragt, und die sind gar nicht mal so schlecht. Das Umfeld, in dem sich die Protagonistin bewegt, ist typisch englisch, was mir sehr gefallen hat. Dem liebevollen Begriff „Häkelkrimi“ macht dieser Roman alle Ehre, denn hier wird wirklich ausgiebig gehäkelt! Was sich nach und nach ergibt und wie sich ein Puzzleteilchen in diesem Fall zum anderen fügt, ist spannend und kurzweilig erzählt. Ella hat das Glück, immer die richtigen Leute zu treffen und wichtige Situationen abzupassen. Allerdings kommt nebenbei auch eine Sache zutage, die Ellas Vergangenheit betrifft und bei der mir die Zufälle dann doch ein wenig zu viel sind. Diese zweifelhafte Sache, über die ich jedoch nicht mehr verraten möchte, um künftigen Lesern die Spannung nicht zu nehmen, hat meines Erachtens dem Roman etwas von seiner Glaubwürdigkeit genommen. Aber das werden manche Leser vielleicht ganz anders empfinden oder sich nicht davon stören lassen. Insgesamt hat mir der Krimi gut gefallen, schon allein der traumhaften Kulisse wegen, in der sich die Handlung abspielt. Lesenswert ist er auf jeden Fall!




Samstag, 29. November 2014

Die Liebesbotin der Königin - Bettina Pecha


Norfolk, 1533: Die dreizehnjährige Elizabeth Ruscot soll auf dem Landsitz von Lady Agnes, der Witwe des 2. Dukes of Norfolk, eine angemessene Erziehung erhalten. In Chesworth House trifft sie viele junge Adlige, unter anderem auch Catherine Howard, die Enkelin von Lady Agnes. Die beiden Mädchen werden Freundinnen und verlieben sich gleichzeitig in den attraktiven Francis Dereham, der als Lady Agnes' Sekretär ebenfalls zum Haushalt gehört. Francis hat nur Augen für Catherine, und Elizabeth bleibt enttäuscht zurück. Sechs Jahre später, kurz nach ihrer Heimkehr, erfährt sie, dass sie gegen ihren Willen Lord Philip Hamilton heiraten soll. Der ernste und schweigsame Mann schüchtert sie ein. Nur widerstrebend fügt sie sich in dieses Arrangement, und es dauert lange, bis die jungen Eheleute erkennen, dass sie sich lieben. Ihr neu gefundenes Glück ist nur von kurzer Dauer, denn Henry VIII. hat mittlerweile Catherine Howard zu seiner fünften Frau gemacht, und die junge Königin beruft Elizabeth als Hofdame zu sich. Kurze Zeit nach ihrer Ankunft erfährt Elizabeth den wahren Grund, wieso Catherine sie bei sich haben möchte. Sie braucht ihre alte Vertraute und Freundin als Vermittlerin, um Thomas Culpeper, ihrem Geliebten, heimlich Nachrichten zukommen zu lassen. Aber der König erfährt, dass seine junge Frau ihm Hörner aufgesetzt hat. Als Catherines heimliche Machenschaften auffliegen, gerät auch Elizabeth in höchste Gefahr. Francis Dereham ist ebenfalls in Catherines Dienste getreten, eine Entscheidung, die sich als verhängnisvoll für ihn erweist.

Kurzweilig und lebhaft beschreibt Bettina Pecha das damalige Leben und das Treiben am Hof des Königs Henry VIII, so dass man sich in diese Zeit versetzt fühlt und den Eindruck hat, den Hofklatsch aus erster Hand zu erfahren. Im krampfhaften Bemühen um einen Thronfolger geht der König mehrere Ehen hintereinander ein und entledigt sich seiner vorherigen Frauen auf unterschiedliche Weise, wenn sie ihm nicht den Wunsch nach einem Sohn erfüllen können. Das alles erfährt man aus Elizabeths Sicht. Auch deren Entwicklung erlebt man hautnah mit, von der unerfahrenen und stürmischen Jugendlichen, die den Zauber der ersten Liebe erlebt, bis zur gereiften Frau, die nun ihren Scharfsinn einsetzt und mit Weitblick handelt. Aber trotz aller Vernunft gerät sie in den Sog der Gefahr, denn sie kann sich den Intrigen und dem Willen Catherines nicht entziehen. Wenn ich das schreibe, verrate ich nicht zu viel, denn auf diese Gegebenheit weist eigentlich schon der Titel des Romans hin. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, denn die damalige Zeit und alles, was mit Henry VIII. Und seinen Frauen zu tun hat, finde ich sehr interessant, und es ist im Roman auch schön ausführlich und informativ beschrieben. Alle Persönlichkeiten hat die Autorin plastisch und lebendig gezeichnet. Neben Elizabeth und Philip fand ich besonders Catherine Howard und Anna von Kleve sehr fein charakterisiert.

Leider ist das Ende der Geschichte etwas abrupt, und man entlässt die Protagonisten ins Ungewisse. Wie es mit Elizabeth und Philip weitergeht und was aus ihren Plänen wird, das hätte ich sehr gerne noch erfahren, beispielsweise in einem abschließenden Kapitel, das einen Blick in die Zukunft gewährt. Aber vielleicht besteht ja Hoffnung auf eine Fortsetzung, was ich sehr begrüßen würde.

Diesen Roman habe ich im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks gelesen und bedanke mich ganz herzlich für die Überlassung des eBooks. Wer sich für Henry VIII. und seine sechs Frauen interessiert und gerne die Schauplätze des Romans sehen möchte, dem möchte ich empfehlen, die Website der Autorin zu besuchen, denn dort hat sie jede Menge an Hintergrundwissen bereitgestellt: Zur Website vonBettina Pecha



Freitag, 28. November 2014

Ben der Schneemann...können wir nicht teilen? - Guido van Genechten


Gerade vor Weihnachten machen sich die meisten von uns Gedanken, was man seinen Lieben schenken könnte. Daher ist es mir nun schon zur schönen Tradition geworden, meine Rubriken "Geschenkidee" bzw. "Die schönsten Bilderbücher für die Weihnachtszeit" zu erweitern. 
Heute möchte ich euch in diesem Sinn ein Bilderbuch vorstellen, denn es gibt Neues vom kleinen Schneemann Ben. Vielleicht können sich einige noch an meinen Beitrag im letzten Jahr erinnern, denn damals ist der erste Band um den kleinen niedlichen Kerl erschienen. Ausführliche Informationen dazu habe ich hier gepostet: Ben der Schneemann

Darum geht es im Buch:
Ben lebt, mit vielen anderen Schneemännern zusammen, im Eisland, wo es immer schön kalt ist und der Schnee nicht schmilzt. Er ist glücklich und zufrieden und hat schon viele Freunde gefunden. Alle Schneemänner, ob groß oder klein, dick oder dünn, tragen etwas auf dem Kopf: einen Hut, eine Mütze oder auch einfach nur eine leere Dose. Schneemänner haben eben immer etwas auf dem Kopf. Eines Tages taucht der Schneemann Dimitri auf. Er kommt aus dem Norden und trägt keinen Hut und keine Mütze. Als Ben ihn danach fragt, wird Dimitri ganz traurig, denn er hat seinen Hut unterwegs in einem Schneesturm verloren. Ben erklärt sich großzügig bereit, Dimitri seine eigene Mütze für ein paar Tage zu leihen, aber als er sie zurück haben möchte, ist Dimitri nicht bereit, sie wieder herzugeben. Ben ist enttäuscht, aber zusammen mit seinem Freund Alfred, einem weisen, alten Schneemann, überlegt er sich eine Lösung für das Problem. Wenn alle teilen, ist auch keiner unglücklich, und so wechseln seitdem im Eisland ständig die Kopfbedeckungen der Schneemänner reihum. Auch Dimitri teilt nun mit den anderen, und jeder ist zufrieden. Zwar ist immer ein Schneemann ohne Kopfbedeckung, aber der fühlt sich gut dabei, denn er weiß, bald bekommt er wieder einen Hut oder eine Mütze von einem seiner Freunde geliehen.

Mein Eindruck:
Auf spielerische Weise hat sich Guido van Genechten diesmal eines Themas angenommen, das gerade für die Kleinen oft mit Schwierigkeiten verbunden ist. Die kluge Art, wie Ben und seine Freunde das Problem lösen, ist schon für Dreijährige gut verständlich dargestellt.  Die Kinder lernen, sich in andere hinein zu versetzen und erfahren, was Empathie ist. Der kurze Text und die liebevollen Bilder vereinen sich hier zu einer zauberhaften Geschichte, die unterhaltsam und spannend ist, den Jüngsten aber ganz nebenbei sehr wichtige Erkenntnisse und Einsichten vermittelt. Kinder werden das Buch lieben und immer wieder gerne betrachten, und die Geschichte lässt sich auch prima, zusammen mit Freunden, in einem kleinen Rollenspiel umsetzen. Egal ob an Nikolaus oder zum Weihnachtsfest, vielleicht auch einfach als Mitbringsel zum Adventskaffee, mit diesem schönen und einfühlsam geschriebenen Buch wird man den kleinen Empfängern viel Freude bereiten.