Sonntag, 28. Dezember 2008

Sehnsucht nach Elena - Joel Haahtela


Poetisch und spannungsvoll – am besten zu lesen an einem traumverlorenen Sommertag: Nach seinem federleichten Roman »Der Schmetterlingssammler« erzählt der Finne Joel Haahtela auch in seinem neuen Buch von der Liebe: Auf der Suche nach der geliebten Frau stellt ein Mann sich seiner schmerzvollen Vergangenheit.

»Ich weiß fast nichts über sie. Nur ihren Namen. Elena. Ihr Gang ist mir vertraut, die Art, wie sie sich kleidet. Ich habe ihr Gesicht gesehen, das die Welt zu einem besseren Ort macht.« In einem Park sieht er die schöne junge Frau zum ersten Mal. Diese zufällige Begegnung reißt den alten Mann aus seinem einsamen Alltag. Sofort erscheint ihm Elena seltsam vertraut, seine Sehnsucht nach ihr wächst mit jedem Tag. Er möchte ihr nah sein, sie hören und fühlen. Die tiefempfundene Zuneigung zu ihr lässt ihn schließlich ungeahnte Kräfte entwickeln: Er tritt eine Reise an, die ihn nicht nur zu Elena ans Meer führt, sondern in seine eigene, schmerzliche Vergangenheit, die das Geheimnis seiner Sehnsucht birgt.




Meine Meinung: * * * * *
Es ist eine kleine Geschichte der leisen Töne. Der Ich-Erzähler schildert seine ersten Begegnungen mit einer jungen Frau im Park. Er kennt sie nicht und sie nimmt ihn nicht bewusst wahr. Aber jeden Tag geht er in den Park und wartet, ob sie vorbei kommt. Eines Tages findet er ein von ihr liegen gelassenes Buch und liest ihren Namen, der darin vermerkt ist: Elena.
Über den Erzähler erfährt man sehr wenig. Ich habe mir immer wieder Fragen gestellt:
Was macht er wohl, wenn er nicht gerade im Park sitzt und auf Elena wartet?
Ist es nur eine Schwärmerei oder mehr, was ihn mit der jungen Frau verbindet?
Und was hat es mit dem leeren Zimmer auf sich, von dem er erzählt?
Er scheint in den Tag hinein zu leben, und seine Handlungen und Gedanken drehen sich immer wieder um Elena.
Wie in einem Tagebuch, in knappen Kapiteln, die selten mehr als zwei Seiten umfassen, beschreibt der Erzähler in gewisser Weise distanziert und doch poetisch seine Umwelt. Obwohl er sehr genau beobachtet und Stimmungen präzise schildert, hatte ich das Gefühl, als würde ihn das meiste letztendlich gleichgültig lassen.
Als Elena eines Tages nicht mehr vorbei kommt, ist er völlig verwirrt und macht sich nach einiger Zeit auf die Suche nach ihr.
Er findet nicht nur Elena sondern taucht in seine eigene Vergangenheit und in Erinnerungen ein. Erst im dritten Teil des Buches offenbart der Erzähler mehr über sich, sein Schicksal und seine Liebe.
Es ist eine ergreifende Geschichte für die stillen und nachdenklichen Momente. Sie handelt nicht von großen Ereignissen und ist doch überraschend und spannend und auf jeden Fall wunderschön zu lesen.

Samstag, 27. Dezember 2008

Der Weihnachtsquilt - Jennifer Chiaverini


Eine zauberhafte Weihnachtsgeschichte!
Eine Patchworkdecke führt zwei Frauen zurück in die Vergangenheit - und zeigt ihnen, dass alte Familientraditionen nach wie vor lebendig sind. Zwei Frauen, ein altes Haus und eine Patchworkdecke, die nie vollendet wurde - bei den Vorbereitungen zum Weihnachtsfest in Elm Creek werden für Sylvia und Sarah viele Erinnerungen wach. Vier Generationen von Frauen ihrer Familie haben an der wertwollen Decke gearbeitet, sie selbst eingeschlossen. Und während sie die Muster betrachten, tauchen Erinnerungen an vergangene Weihnachtsfeste wieder auf. Alte Familientraditionen und die einfachen Freuden des Schenkens und Beschenktwerdens haben die früheren Feste geprägt. Können sie auch heute helfen, eine moderne, weit verstreut lebende Familie zusammenzuhalten und zu versöhnen? Warmherzige Familiengeschichte um Traditionen und Erinnerungen zum Fest der Feste.


Meine Meinung: * * * *
Sylvia kehrt nach langen Jahren wieder in die Heimat ihrer Kindheit zurück und bewohnt, zusammen mit Freundin Sarah und ihrem Mann, den alten Familienbesitz. Als die beiden Frauen auf dem Speicher nach dem traditionellen Weihnachtsschmuck suchen, finden sie einen angefangenen Quilt. Das unfertige Teil weckt vielfältige Erinnerungen und Gefühle in Sylvia. Sie denkt über ihre Kindheit nach, und ihr fallen viele unterschiedliche Begebenheiten und Zeiten ein. Sehr unterschiedlich sind diese Rückblicke über vier Generationen der Familie Bergström. Es sind sentimentale, zum Teil fröhliche aber auch viele traurige und erschütternde Begebenheiten und Traditionen, die hier wieder aufleben. Der Schwerpunkt der ganzen Geschichte liegt bei dem Verhältnis zwischen Sylvia und ihrer Schwester Claudia. Hier hat es die Autorin teilweise etwas zu gut gemeint, den die vielen Streitereien und Zwistigkeiten der Schwestern sind sehr detailverliebt geschildert, was ich zeitweise recht langatmig fand. Auch die verschiedenen Techniken und Muster des Quilts sind sehr ausführlich geschrieben. Quilterinnen und Patchworkerinnen haben ganz sicher noch mehr Freude an dem Buch. Insgesamt kann ich es als gemütliche Lektüre für die Zeit zwischen den Jahren empfehlen. Es läßt einen nachdenken und auch zur Ruhe kommen. Und schon die Einbandgestaltung ist ein Genuss für's Auge.

Sonntag, 21. Dezember 2008

Gut gegen Nordwind - Daniel Glattauer

Erstaunlich, wie wenig Worte notwendig sind, um Leidenschaft zu entfachen. Sie müssen nur richtig gewählt sein und zur rechten Zeit kommen. Bei Leo Leike landen irrtümlich E-Mails einer ihm unbekannten Emmi Rothner. Aus Höflichkeit antwortet er ihr. Und weil sich Emmi von ihm angezogen fühlt, schreibt sie zurück. Bald gibt Leo zu: "Ich interessiere mich wahnsinnig für Sie, liebe Emmi. Ich weiß aber auch, wie absurd dieses Interesse ist." Und wenig später gesteht Emmi: "Es sind Ihre Zeilen und meine Reime darauf: die ergeben so in etwa einen Mann, wie ich mir plötzlich vorstelle, daß es sein kann, daß es so jemanden wirklich gibt." Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, wann es zum ersten persönlichen Treffen kommt, aber diese Frage wühlt beide so sehr auf, daß sie die Antwort lieber noch eine Weile hinauszögern. Außerdem ist Emmi glücklich verheiratet. Und Leo verdaut gerade eine gescheiterte Beziehung. Und überhaupt: Werden die gesendeten, empfangenen und gespeicherten Liebesgefühle einer Begegnung standhalten? Und was, wenn ja?



Meine Meinung: * * * * *
Eigentlich möchte Emmi nur ein Zeitschriften-Abo kündigen, aber durch einen klitzekleinen falschen Buchstaben in der Email-Adresse landet ihre Mail bei Leo. Anfangs amüsiert, später dann interessiert, schreiben sich die beiden dann über ein Jahr lang Mails, teilweise im Stunden- ja sogar im Minutentakt. Ich habe mir dieses Buch gemütlich vorlesen lassen. Andrea Sawatzki und Christian Berkel als Sprecher waren eine gute Wahl. Die beiden bringen sehr viele Emotionen in die gegenseitigen Mails. Man könnte meinen, ein Roman, der ganz aus gegenseitigen, elektronischen Briefen besteht, sei langweilig, aber weit gefehlt.
Diese moderne Kommunikationsform erweist sich als sehr vielseitig. Die Mails sind teils romantisch, teils witzig, nachdenklich und tiefgründig. Das Ende fand ich erst überraschend, aber es ist meiner Meinung nach ein gutes Ende, vielleicht das einzig machbare, und auch hier spielt wieder ein kleiner Buchstabe eine große Rolle..... Dieses wunderbare Hörbuch kann ich nur empfehlen!

Sonntag, 14. Dezember 2008

Hexentage - Michael Wilcke


Kurzbeschreibung:
Ein Hexenjäger, verliebt in eine "Hexe - Es ist kein gewöhnlicher Hexenprozeß, der im August 1636 in Osnabrück beginnt. Der Bürgermeister der Stadt läßt die Frau eines angesehenen Apothekers wegen Teufelsbuhlschaft in den Kerker sperren. Aus Minden kommt der Student Jakob, um die Anklage mit einem Gutachten abzusichern. Doch wenig später verliebt er sich in die schwangere Sara, die hinter der Anklage gegen die Apothekerin nur dunkle Machenschaften des Bürgermeisters vermutet. Auch sie wird als Hexe in den Kerker geworfen. Ein packendes Liebesdrama - eine ungewöhnliche Hexengeschichte, die auf historischen Tatsachen beruht.

Meine Meinung: * * * * *
Michael Wilcke entführt seine Leser nach Osnabrück ins Jahr 1636. Dort begegnet man Jakob, der zusammen mit seinem Brautvater beim Bürgermeister der Stadt eingeladen ist, um einem Hexenprozess beizuwohnen. Jakob hat große Zukunftspläne, er möchte die Juristerei studieren und gegen Hexerei zu Felde ziehen. Als Jakob etwas später die hoch schwangere Sara kennenlernt, ist er fasziniert von der ungewöhnlichen, starken Frau und stellt, nach ausführlichen Gesprächen mit Sara und eigene Beobachtungen, mit der Zeit die Methoden und Beweggründe des Bürgermeisters in Frage. Zusammen versuchen die beiden, den inhaftierten Frauen zu helfen und bringen sich dabei selbst in Gefahr.
Die Geschichte ist sehr fesselnd erzählt, und da sie zum Teil auf wahren Begebenheiten beruht, habe ich auch gleich auf der Seite des Autors gestöbert. Michael Wilcke hat viel Interessantes und auch Bildmaterial über die historisch belegten Teile der Geschichte und den Handlungsort zusammengetragen, es lohnt sich auf jeden Fall, auch dort einmal nachzulesen. Erschreckend finde ich immer wieder, dass die meisten Hexenverfolgungen und Prozesse nicht im tiefsten Mittelalter stattgefunden haben sondern in der angehenden Neuzeit, und beide Konfessionen hatten daran ihren Anteil.
Der Autor schildert die Verhöre und die Wasserprobe sehr intensiv, und ich gebe zu, ich mußte bei diesen Kapiteln einiges überfliegen, denn die Beschreibungen gingen mir sehr an die Nieren. Insgesamt hat mir der Roman sehr gut gefallen, wenn mir auch Sara teilweise etwas modern vorkommt, was sicher auf ihre Vergangenheit und ihren längeren Aufenthalt im Orient zurückzuführen ist. Und Menschen, die kritischer und besonnener waren als die große Menge, gab es glücklicherweise schon immer.

Kleine Überraschungen, die das Lesen noch schöner machen:
Mit Anja habe ich Seife und Creme gegen Wolle getauscht, und sie hat mir diese wunderschöne, selbst gemachte Buchhülle als Überraschung mit ins Päckchen gelegt. Sie ist nicht nur dekorativ, sondern ganz nebenbei auch noch sehr praktisch, denn sie hat ein angenähtes Lesezeichen. Man kann sie für gängige Taschenbuchformate benutzen und die Hülle verstellen, je nachdem ob man ein dickes oder dünneres Buch liest.
Hier nochmal ein herzliches Dankeschön an die liebe Anja!

Freitag, 5. Dezember 2008

Tatiana und Alexander - Paullina Simons

Da mir "Die Liebenden von Leningrad" so gut gefallen hat, wollte ich gleich weiterlesen und habe mir den Folgeband besorgt:



Auch zu diesem Buch gibt es wieder eine Leserunde bei den Büchereulen: Tatiana und Alexander. Im Moment ist die Diskussion dort allerdings nicht sehr rege. Ich könnte mir vorstellen, dass viele Leser ähnlich empfinden wie ich, der Roman ist größtenteils sehr deprimierend. In diesem zweiten Band steht das Kriegsgeschehen im Vordergrund und wird, für meinen Geschmack, zu sehr in die Länge gezogen und zu langatmig geschildert. Gerade in der Adventszeit ist dies vielleicht nicht die schönste Lektüre.

Meine Meinung: * * * *
Den Mittelteil empfand ich als sehr langatmig und teilweise "aufgewärmt", da es sehr viele Rückblicke und Zeitsprünge gibt. Gerade die immer wieder eingeblendeten Erinnerungen fand ich störend und hatte den Eindruck, dass hier nur eine gewisse Seitenzahl erreicht werden sollte. Der letzte Teil hat allerdings vieles wieder positiv ausgeglichen, denn es ist noch richtig spannend geworden.

Montag, 24. November 2008

Wilde Orchideen - Jude Deveraux




Klappentext:
Cole Creek, North Carolina, 1979: Eine junge Frau, schön, sanft und beliebt, wird gesteinigt. Die Täter: Brave Bürger des kleinen Ortes. Ihr Motiv: Eifersucht und Missgunst. Die Anklage: Angeblich hatte die junge Frau ein Verhältnis mit dem Teufel.

2001: Der Schriftsteller Ford Newcombe hört von der grausamen Geschichte und mietet sich in Cole Creek ein. Aber er stößt auf eine Mauer des Schweigens. Und seine junge Assistentin Jackie Maxwell merkt bald, dass sie eine rätselhafte Verbindung zu diesem Ort hat. Eine Verbindung, enger als ihr lieb ist....

Eine faszinierende Geschichte von der Macht des Bösen und der Kraft der Vergebung

Meine Meinung: * * * *
Am Anfang fand ich den Schreibstil etwas gewöhnungsbedürftig, aber spätestens nach den ersten zwei, drei Kapiteln hatte ich mich eingelesen. Der Roman ist komplett in der Ich-Form geschrieben, aber abwechselnd immer ein Kapitel aus der Sicht von Ford, dem Schrifsteller und Jacky, seiner Assistentin. Die beiden kommen nach Cole Creek, um für ein neues Buch zu recherchieren, denn Ford ist gefesselt von einer Teufelsgeschichte, die ihm Jacky erzählt hat. Beide sind der Annahme, es würde sich um eine uralte, überlieferte Geschichte handeln. Aber je länger sie nachforschen, umso mehr kommen die beiden zu der Überzeugung, dass sich der Mord an einer jungen Frau vor gar nicht allzu langer Zeit abgespielt hat. Außerdem wird immer deutlicher, dass Jacky eine rätselhafte Verbindung zu der ganzen Sache haben muss...
Die Autorin hat in diesem Roman eine gelungene Mischung aus Spannung, trockenem Humor und interessanten Charakteren gefunden. Im Gegensatz zu ihren Liebesromanen, denen ich nicht viel abgewinnen kann, (siehe in meinem Lesetagebuch-Archiv) hat mir dieses Buch gut gefallen. Nur das letzte Kapitel fand ich nicht so passend, die Erklärung mit dem Fluch auf der Stadt und mit der Teufelsgeschichte war für mich ziemlich enttäuschend. Daher bewerte ich mit nur 4 von 5 erreichbaren Sternen.

Donnerstag, 20. November 2008

Landliebe gesucht - Emma Hamberg

Kurzbeschreibung:
Lenas Alltag ist mehr als nervig mit einem Mann, der nie zu Hause ist, vier Kindern und jeder Menge Haustiere. Der einzige Lichtblick ist Conny, der einmal wöchentlich mit seinem Eisauto vorbeikommt Lenas ältere Schwester, die coole Marie, leitet eine Stockholmer Bar, doch ihr sonstiges Leben ist abgesehen von ihrem getreuen Rottweiler Otto ziemlich leer. Und auch Åsa, die dritte im Bunde, ist unglücklich: Das ersehnte Kind will sich einfach nicht einstellen. Als der Vater von Lena, Maria und Åsa überraschend stirbt und ihre Mutter mit dem Bauernhof und zweihundert Kühen alleine dasteht, ändert sich das Leben der drei von einem Tag auf den anderen Mit viel Humor und Herz erzählt Emma Hamberg in ihrem wunderbaren neuen Roman von Liebe, Eifersucht, Leidenschaft und von der großen Kraft der Familienbande.



Meine Meinung: * * * * 1/2
Lena, Marie und Åsa sind Schwestern. Das merkt man aber nicht unbedingt auf den ersten Blick, denn die drei Frauen sind grundverschieden, und leben in sehr unterschiedlichen Verhältnissen. Eines haben sie gemeinsam, keine von ihnen ist mir ihrer Lebenssituation zufrieden und glücklich.
Als ihr Vater stirbt und Mutter Irene alleine mit dem großen Bauernhof und zweihundert Kühen dasteht, ist das wie ein Wendepunkt und wird indirekt zum Auslöser für Veränderungen bei allen Beteiligten.Lena fühlt sich ausgebrannt und schafft es nicht mehr, ihre Familie und den Haushalt zu versorgen. Obwohl sie ihren Mann Robert liebt, haben die beiden kaum noch gemeinsame Bezugspunkte und gegenseitiges Verständnis. Und dann taucht der Eismann Conny auf und wird für Lena zum Lichtblick in ihrem tristen Alltag.
Åsa ist im Beruf erfolgreich und mit Adam glücklich verheiratet, aber die beiden wünschen sich so sehr ein Kind, und Åsa wird nicht schwanger. Obwohl sie Lenas Probleme spürt, ist da doch etwas Neid dabei auf die Kinder der jüngeren Schwester.
Und dann ist da noch Marie, die Barkeeperin. Sie lebt mit ihrem Rottweiler Otto allein, abgesehen von zahlreichen Affären. Auch sie ist unzufrieden und nicht glücklich, denn mit ihrem Chef versteht sie sich nicht gerade blendend, und als er ihr dann noch seine Tochter vor die Nase setzt und ihr für ihre Unfähigkeit ein überhöhtes Gehalt zahlt, ist für Marie das Maß voll.

Emma Hamberg schildert die kleinen und großen Tragödien des Alltags mit Humor, Feingefühl und nur allzu menschlich. Je weiter man liest, umso mehr Verständnis kann man für alle Beteiligten und ihre Fehler und Macken aufbringen, was durch die einfache und bildhafte Sprache noch unterstützt wird. Das bevorstehende Weihnachtsfest bringt viele angenehme und auch unangenehme Überraschungen und ein richtiges Familiendrama. Es wird Veränderungen und Verluste geben, aber es werden auch Pläne geschmiedet. Das offene Ende lässt Raum für jede Menge Hoffnungen und für ein Schmunzeln.

Freitag, 14. November 2008

Die Liebenden von Leningrad - Paullina Simons


Kurzbeschreibung:
Von der Sonne eines herrlichen Sommertages in goldenes Licht getaucht, erscheint die alte russische Zarenstadt in besonderer Pracht. An Krieg denkt hier noch niemand. Ganz besonders die 17-jährige Tatiana Metanova nicht, die an diesem Tag dem jungen Offizier Alexander begegnet - der großen Liebe ihres Lebens. Und während die Metanovas ums nackte Überleben kämpfen müssen, treffen sich die Liebenden heimlich und träumen von einer gemeinsamen Zukunft. Doch eines Tages macht Alexander seiner Tatiana ein Geständnis, das ihre Liebe erschüttert. Hat ihre Liebe überhaupt eine Chance? Denn Alexanders Geheimnis ist so gefährlich wie der Krieg, der soeben ausgebrochen ist.

Meine Meinung: * * * * *
Fast atemlos verschlinge ich zur Zeit die Geschichte um Tatiana und Alexander. Ich nehme an der Leserunde bei den Büchereulen zu dem Roman teil und muss mich direkt zwingen, das Lesen zu unterbrechen und meine Kommentare zu schreiben.
Nachtrag am 16. November 2008: Gestern Abend bin ich mit dem Buch fertig geworden. Es hat mich sehr beeindruckt und berührt. Obwohl ich anfangs skeptisch war, denn normalerweise lese ich nicht so gerne Romane, die in der Zeit vom zweiten Weltkrieg spielen, dieses Buch kann ich nur empfehlen und habe mir auch gleich den Folgeband bestellt.

Zur Leserunde geht's hier lang: Leserunde

Montag, 10. November 2008

Marionetten - John le Carré



Klappentext:
Ein junger Moslem reist illegal über die Türkei und Dänemark nach Deutschland ein. Im Hamburger Stadtteil Altona bittet er eine türkische Familie um Hilfe. Nur langsam finden die verängstigten Gastgeber heraus, wer der Fremde ist und was er in der Hansestadt will. So beginnt John le Carrés meisterhaft komponierter Roman über unsere Gesellschaft des Verdachts nach dem 11. September 2001. In einem raffiniert gesponnenen Netz aus privaten und politischen Interessen bewegen sich seine Figuren zwischen Gewissenlosigkeit und Nächstenliebe, eiskaltem Kalkül und Gleichgültigkeit. Die Bedrohung durch den islamischen Terror wird zur Kulisse für ein skrupelloses Spiel der Geheimdienste.


Meine Meinung: * * * *

John le Carré beschreibt seine Charaktere so genau und ausführlich, dass man beim Lesen den Eindruck hat, als würde man die Protagonisten persönlich kennen. Die verschiedenen Personen werden jeweils aus unterschiedlichen Sichtwinkeln betrachtet, und man wird immer wieder hin- und her gerissen zwischen Mitleid und Misstrauen. Es stellt sich die Frage, ist der junge gesuchte Muslim kriminell und gehörte wirklich einer militanten Organisation an oder ist er ein zu Unrecht Verfolgter, dessen einziges Verbrechen ist, sich illegal in Deutschland aufzuhalten? Als „Operation Felix“ gerät Issa in den Fokus der Ermittlungen und mit ihm die Menschen, die ihm helfen und Obdach gewähren.

„Marionetten“ ist ein sehr passender Titel für diesen Roman, denn Issa und seine Helfer sind Darsteller in einem rücksichtslosen und grausamen Spiel. Die Fäden werden von allen möglichen Organisationen, Geheimdiensten und vom Verfassungsschutz gezogen. Jeder will immer bestens informiert sein, lässt sich aber selbst nicht in die Karten schauen. Vertrauen wird zum Fremdwort in diesem Netz aus Ermittlungen, Spionage, Korruption und Verrat. Erschreckend aber durchaus nicht erstaunlich ist die große Rolle, die auch hier das Geld spielt.

Ich habe mir überlegt, ob es bei realen Ermittlungen und Verfahren dieser Art annähernd ähnlich zugeht. Wenn dem so wäre, fände ich das sehr erschreckend. Da wird gefeilscht wie auf dem Jahrmarkt. Für jede Kooperation gibt es Zugeständnisse im Angebotspaket. Und am Ende ist doch alles anders….

Der Roman hat mich beeindruckt und gefesselt, und auch nachträglich beschäftigt mich die Geschichte noch sehr stark. Das ziemlich offene Ende lädt zum Nachdenken ein.

Dienstag, 4. November 2008

Mein Engel! - Liz Ireland

Er stiehlt ihr einen Kuss, haucht "Engel" und fällt in tiefe Bewusstlosigkeit! Was soll die hübsche Emma jetzt mit dem Fremden, den sie schwer verletzt auf ihrer Veranda gefunden hat, machen? Sie folgt der Stimme ihres Herzens und verbirgt den steckbrieflich Gesuchten bei sich.....
Meine Meinung: * * * 1/2
Liz Ireland schreibt recht humorvoll, die Charaktere wirken zum Teil etwas übertrieben. Aber ich denke, die Autorin macht das mit voller Absicht. Zumindest dieser Roman ist von einer gewissen Ironie geprägt, mit der sie die damalige Gesellschaft betrachtet. Das Buch liest sich sehr schnell und amüsant. Es ist nette Unterhaltung für zwischendurch.

Sonntag, 2. November 2008

Junipers Spiel - Sherryl Jordan



Klappentext:
Die 14-jährige Juniper besitzt ein außergewöhnliches Talent: Sie kann Gedanken übertragen. Als sie entdeckt, wie gut ihr schüchterner Mitschüler Dylan zeichnen kann, überredet sie ihn zu einem Experiment: Er soll malen, was sie ihm gedanklich übermittelt. Und Dylan bringt ihre Perspektive so präzise zu Papier, dass Juniper sich entschließt, ihn auch an ihren gedanklichen Zeitreisen ins Mittelalter teilhaben zu lassen. Juniper fühlt sich dort auf magische Weise mit einer jungen Frau verbunden, einer Art Seelenverwandten. Doch als diese junge Frau als Hexe angeklagt wird, hat das auch auf Juniper ungeahnte Auswirkungen....

Eine mitreißende mystisch-phantastische Geschichte von der Erfolgsautorin Sherryl Jordan. Ausgezeichnet mit dem Buxtehuder Bullen.

Meine Meinung: *****
Wenn ich ein Buch von Sherryl Jordan zur Hand nehme, tue ich das schon mit einer gewissen Erwartungshaltung, und ich wurde bisher noch nie enttäuscht!
Die Rahmengeschichte handelt von zwei Jugendlichen, die auf den ersten Blick sehr unterschiedlich sind, sowohl von ihrem Äußeren als auch vom ganzen Umfeld.


Da ist Juniper, ein sehr attraktives junges Mädchen mit einer tollen Ausstrahlung, von Jungs umschwärmt und von allen gerne gemocht. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter in einem interessanten Haus, einem Pfahlbau aus Naturholz, mit außergewöhnlicher Einrichtung. Juniper beschäftigt sich gerne mit dem Mittelalter, was soweit geht, dass sie den Boden ihres Zimmers mit Stroh und Kräutern ausstreut. An den Wänden hat sie keine Poster von Popstars sondern Bilder mittelalterlicher Szenen, Gebäude und eines von der Jungfrau von Orleans. Ihr Freund Kingsley, ein ziemlicher Chauvi, ebenfalls sehr attraktiv, hat kaum Verständnis für alles Übersinnliche, für ihre telepathischen Fähigkeiten und für ihre Interessen. Er fühlt sich bereits überfordert, wenn er bei ihr anruft und sie schon vorher weiß, dass er am Apparat ist.
Und Dylan, der schüchterne unscheinbare Außenseiter, dessen Vater arbeitslos ist und seine Familie mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält. Während die Mutter das Haus und Dylans jüngere Schwestern versorgt, geht ihr Mann fremd. Als sie es erfährt, verläßt sie ihre Familie, und Dylan muss noch mehr Verantwortung im Haushalt übernehmen.
Zufällig entdeckt Juniper, dass Dylan ein sehr guter Maler ist, und sie weiht ihn in eine Idee ein. In seiner absoluten Bewunderung für das Mädchen willigt er ein, Bilder zu malen, die ihm Juniper mit Gedankenübertragung übermittelt. Nach einigen erfolgreichen Aktionen begeben sich die beiden auf riskantes Terrain. Juniper macht per Meditation Zeitreisen in die Vergangenheit und übermittelt Dylan Situationen aus dem Mittelalter. In ihren Visionen kommt immer wieder eine junge Frau vor, mit der sich Juniper auf unerklärliche Weise verbunden fühlt.
Juniper und Dylan kommen sich durch ihre gemeinsamen Aktionen auch menschlich näher, und es entwickelt sich ganz langsam eine zarte und wunderschöne Romanze.

Die Autorin beschreibt ihn diesem Roman eine Theorie, nach der es eine Zeit, wie wir sie messen, gar nicht gibt und dadurch eine Zeitreise möglich erscheint. Ich fand die Geschichte äußerst faszinierend. Die Protagonisten sind alle interessante Charaktere und sehr intensiv beschrieben. Ich habe das Buch geradezu verschlungen und die ganze Geschichte mit Juniper und Dylan fast miterlebt. Zu viel möchte ich nicht verraten, aber alles findet einen sehr bewegenden Abschluss.

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Geheimnisvoller Fremder - Elizabeth English

Kurzbeschreibung:
Schottland, 14. Jahrhundert: Nach einem traumatischen Erlebnis in den großen Clankriegen hat die einstmals so liebenswürdige Lady Maude Darnley ihre Seele verschlossen und begegnet ihrer Umgebung mit erbarmungsloser Härte. Erst als sie Ronan Fitzgerald, einem irischen Spielmann und Musiker, begegnet, gestattet sie sich wieder Gefühle. Kann er die Mauer aus Hass, die die junge Frau um sich aufgebaut hat, niederreißen und ihr geschundenes Herz gewinnen?

Meine Meinung: *****
Schottland,Chevron Hills 1379: Auf dem Sterbelager nimmt der Heiler Fergus seinem Lehrling Ronan Fitzgerald das Versprechen ab, nach seinem Tod zu Lord Darnley zu gehen und nach Arbeit zu fragen. Schon bald merkt Ronan, dass mehr hinter der Bitte des alten Mannes steckt. Ronan lernt Maude Darnley, die Tochter des Lords, kennen. Die junge Frau wirkt unnahbar, schnippisch und gefühllos, aber Ronald spürt, dass die eigentliche Maude anders und sehr verletzlich ist und sich nur eine eisige Fassade aufgebaut hat. Keiner weiß, dass Maude sieben Jahre früher Schlimmes wiederfahren ist. Sie wurde brutal überfallen, geschlagen und vergewaltigt. Ihr Vater versucht mit aller Gewalt, sie zu rächen und gleichzeitig die Sache geheim zu halten. Dabei fließt viel Blut, besonders auf Seiten des verfeindeten Clans der Kirallens. Darnley metzelt jeden Kirallen nieder, der ihm in die Finger kommt.
Erst Ronan gelingt es, mit viel Geduld zum Herzen von Maude durchzudringen und ihr Vertrauen zu erringen. Nach und nach kommen sich die beiden näher, aber es ist ein langer Weg, bis Maude nicht mehr von ihren Ängsten und Alpträumen beherrscht wird. Auch müssen sich Ronan und Maude über einige gesellschaftliche Tabus hinwegsetzen und stellen beide fest, dass es nicht immer nur auf Äußerlichkeiten und die öffentliche Ehre ankommt.

Die Autorin hat es hier meisterhaft verstanden, ein heikles Thema sehr sensibel zu verarbeiten. Der Schreibstil ist insgesamt sehr ansprechend, die Protagonisten sind mit viel Gefühl und Herz beschrieben.
Erst jetzt, bei meinen Recherchen über Elizabeth English, habe ich festgestellt, dass dieses Buch bereits der dritte Band einer Reihe ist. Somit ist mein Wunschzettel wieder einmal gewachsen, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die anderen beiden Bücher auf meinem SuB landen ;-)

Freitag, 24. Oktober 2008

Untot mit Biss - Karen Chance

Heute habe ich wieder Post von Vorablesen bekommen, und zwar dieses Buch:


Klappentext:
Cassandra Palmer kennt die Toten und Untoten besser, als einer jungen Frau lieb sein kann. Da Cassie in die Zukunft sehen und mit Geistern sprechen kann, sind die über-natürlichen Geschöpfe ihr seit jeher auf der Spur. Während die Toten nur nerven, sie reden einfach zu viel, stellen die Untoten eine echte Gefahr da. Als Cassie von einem Blutsauger aufgespürt wird, der mit ihr noch eine Rechnung offen hat, muss sie sich an den mächtigen Vampirsenat wenden und um Schutz bitten. Doch den gibt es nicht umsonst, und um sich dem dunklen Gegner zu stellen, muss Cassie sich ausgerechnet mit einem äußerst attraktiven Vampir verbünden
Über die Autorin:
Karen Chance lebte in Frankreich, Großbritannien und Hongkong, kehrte aber stets wieder zurück in ihre amerikanische Heimat. Derzeit hat sie sich in Orlando, Florida, niedergelassen. "Untot mit Biss", der Auftakt zu einer spannenden, heiteren und romantischen Serie um die Heldin Cassie Palmer, wurde in den USA ein großer Erfolg.
Meine Meinung: * * *
Die Geschichte, in der 1. Person erzählt, beginnt sehr temporeich; gleich von der ersten Seite an wird der Leser mitten in die Handlung geworfen. Cassie Palmer findet auf dem Bildschirm ihres Bürocomputers ihre eigene Todesanzeige.
Cassie, die als Vierjährige ihre Eltern verloren hat, wurde von einem Vampir großgezogen. Da sie schon zwei mal aus seinem Herrschaftsbereich geflüchtet ist, hat Tony noch eine Rechnung mit ihr offen. Cassie findet erst einmal Schutz im Hauptquartier von MAGIE (Metaphysische Allianz für Größere Interspezies-Erneuerung). Sie möchte gerne mehr über das Schicksal ihrer Eltern erfahren, die auf Tony's Befehl ihr Leben verloren haben.
Schnell wird das ganze recht verwirrend. Der Leser wird mit immer mehr magischen Geschöpfen und "Dingen, die sich nachts herumtreiben" konfrontiert. Anfangs fällt es schwer, sich in der Welt dieser vielfältigen überirdischen Kreaturen zurecht zu finden. Neben Vampiren und Magiern trifft man auf Golems, Geister und Gepräge, ja sogar Elfen, Wer-Geschöpfe und Satyrn spielen eine, wenn auch teilweise untergeordnete Rolle. Um die Übersicht zu behalten, ist es von Vorteil, wenn man bereits ein paar Vorkenntnise über diese Spezies hat. Außerdem hat die Autorin einige historische Gestalten kurzerhand in Untote verwandelt und in die Geschichte eingebaut, wie zum Beispiel Rasputin, Raffael, Christopher Marlowe. Zusammen mit Cassie erlebt man im Lauf der Story so einige Überraschungen, die nicht gerade angenehmer Natur sind, und sie muss ihre Meinung des öfteren neu überdenken. Sie geht mir ihrer Situation erstaunlich gelassen um, und ihre Schilderungen sind mir einer guten Portion schwarzem Humor gewürzt. In der Vorstellung der Autorin ist vom Auftakt zu einer romantischen Romanserie die Rede. Cassie hat zwar, mit verschiedenen Vampiren, ein paar erotische Erlebnisse, die auch sehr ansprechend und gekonnt geschildert sind, aber von Romantik ist da keine Spur.
Mir persönlich kommt der Roman reichlich überfrachtet vor. Auch wenn die Geschichte sehr aktionsreich ist, wirkt sich das recht ermüdend aus. Der Umstand, dass Cassie zwischendurch immer wieder in dem einen oder anderen fremden Körper landet und auch noch dabei durch die Zeit reist, macht das ganze nicht gerade übersichtlicher. Durch die vielen eingestreuten Rückblenden liest sich das Buch recht anstrengend. Ich denke, da wäre weniger manchmal mehr gewesen.

Freitag, 10. Oktober 2008

Die Bucht am Ende der Welt - Sergio Bambaren

Heute hatte ich Überraschungspost im Briefkasten, und zwar habe ich über Vorablesen, dieses Vorab-Leseexemplar bekommen. Ich freue mich schon sehr auf das Buch, denn bereits die kleine Leseprobe hat mir Lust auf mehr gemacht und mich sehr angesprochen. Ich werde mein Leserunden-Buch kurz unterbrechen und den neuen "Bambaren" am Wochenende genießen.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich dem Verlag und dem Vorablesen-Team ein herzliches Dankeschön sagen, dass es für Leser so eine prima Möglichkeit gibt, ein Buch schon vor dem offiziellen Erscheinen kennenzulernen.



Kurzbeschreibung:
»Wenn du dich zu sehr in ein Ziel verrennst, verlierst du leicht den Blick für das Schöne, das dich umgibt.« SergioBambaren, der mit seinen Büchern ein Millionen-publikum berührt, erzählt, wie ihn eine einzige Reise veränderte. Er war zum Wellen-reiten nach Tobago gekommen, um die Energie des Meeres zu spüren und sich auszupowern. Den Zauber der Insel, ihre üppige Vegetation, die Vogelvielfalt: Das alles nahm er dabei kaum wahr. Doch dann herrschte tagelang Windstille, und sein Brett lag unberührt im Sand. Beinahe wollte er schon wieder enttäuscht abreisen bis er eine Welt voll ungeahnter Schönheit und Kraft für sich entdeckt.

Meine Meinung: * * * * *
Sergio Bambaren entführt den Leser auf die Insel Tobago in der Karibik. Nach einem anstrengenden Flug möchte er sich dort gerne erholen, und als leidenschaftlicher Surfer ist er auf der Suche nach der „perfekten Welle“. Mehrere Tage wartet er, aber das Meer bleibt still, ohne Brandung. Da begegnet er André, dem Leiter einer Tauchstation. Mit ihm zusammen wagt er, in die Unterwasserwelt rund um die Insel hinabzutauchen. Obwohl ich selbst keine Ahnung vom Tauchen habe, war ich völlig fasziniert von den Beschreibungen der Unterwasserwelt. „Jeder Tauchgang ist anders“, schreibt der Autor, und er hat es geschafft, das auch jeweils ganz individuell und spannend in Worte zu fassen. Er wählt für seine Schilderung einfache, schlichte Worte, die jedoch eine gewisse Poesie ausstrahlen. Man hat das Gefühl, der tiefe Frieden des Ozeans überträgt sich beim Lesen und lässt einen die wahren Werte bewusst werden. Mein intensives Interesse an den beschriebenen Fischen und Korallen war schnell geweckt, und ich habe nicht nur einmal parallel im Lexikon geschmökert. Auf dem Globus habe ich die Insel gesucht. Sergio Bambaren lässt seine Leser an seiner ganz eigenen Betrachtungsweise der Welt teilnehmen. Man spürt aus jedem Satz seine Liebe zur Natur, ganz besonders zum Meer und sein Engagement für die Umwelt.
Als er auf einen Mantarochen trifft, ist das wie ein Schlüsselerlebnis für ihn. Das Zwiegespräch mit dem großen Fisch hat etwas Magisches, es offenbart uns die Phantasien und Träume des Autors. Am Ende des vorletzten Kapitels entschuldigt sich Sergio Bambaren, dass er von seinen Träumen geschrieben hat. Für mich macht das aber gerade den Reiz und den Charme des Buches aus. Ich habe den Eindruck, es wirkt „echt“ und offenbart viel über die Persönlichkeit des Schriftstellers.
Als er letztendlich doch noch auf die perfekte Welle trifft und einige Stunden mit Surfen auf dem Wasser verbringt, ist es eine starke Bereicherung für ihn, dass er die Welt darunter kennen lernen konnte.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen, und ich finde, es ist auch eine schöne Geschenkidee, nicht nur für passionierte Taucher. Interessant wäre sicher auch eine Schmuckausgabe in größerem Format, damit man die wunderschönen Unterwasserfotos noch mehr genießen könnte.

Die Säulen der Erde - Ken Follett

Seit gestern lese ich dieses Buch:


Kurzbeschreibung:
König Heinrich ist tot, und schon ist im England des 12. Jahrhunderts ein Kampf um seine Nachfolge entbrannt. Der Geistliche Francis, der seine Eltern auf grausame Weise durch marodierende Söldner verloren hat, bittet seinen Bruder Philip, inzwischen erfolgreicher Prior eines einstmals heruntergekommenen und der Sünde anheim gefallenen Klosters, um Hilfe, um eine Verschwörung gegen den inzwischen mit dem Segen der Kirche versehenen Thronfolger zu verhindern. Philip macht sich auf den Weg zum Erzbischof von Canterbury und Abt von Glastonbury, der die Macht hat, die Aufständischen aufzuhalten. Gemeinsam mit dem ebenso mittellosen wie begabten Baumeister Tom, der ebenfalls ein schweres Schicksal hinter sich hat, träumt er den Traum einer Himmel stürmenden Kathedrale, die den Wogen der aufgewühlten Zeit standzuhalten versteht und ein ewiges Zeugnis Gottes auf Erden sowie seiner Barmherzigkeit unter den Menschen ist: die „Säulen der Erde“, das größte Bauwerk des Abendlands.

Mein persönlicher Leseeindruck: * * * * *
Das Buch liegt seit längerer Zeit auf meinem SuB, und ich habe jetzt die Gelegenheit genützt, bei der Leserunde mitzumachen. Es hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Auf die einzelnen Kapitel gehe ich hier näher ein:
Hier geht's zur Leserunde

Montag, 6. Oktober 2008

Nirgendwo in Afrika - Stefanie Zweig

Kurzbeschreibung:

Die jüdische Familie Redlich flüchtet 1938 vor den Nazis nach Kenia. Der ehemalige Anwalt Walter Redlich arbeitet dort als Verwalter auf einer kümmerlichen Farm. Seine Frau Jettel kann sich nur schwer an das Leben in dem anderen Land gewöhnen. Ihre Tochter Regina hingegen blüht auf dem fremden Kontinent förmlich auf. Sie lernt die Sprache des Landes und interessiert sich für die Gebräuche. In dem Koch Owuor findet sie einen guten Freund. In der Ehe der Redlichs kriselt es aber zunehmend. Nur sehr langsam finden sie wieder zueinander…







Meine Meinung: * * * *

In ihrem Autobiographischen Roman erzählt die Autorin die Geschichte einer jüdischen Familie, die vor den Schrecken des Dritten Reiches flüchtet und nach Afrika auswandert, um sich dort eine neue Existenz aufzubauen. Die Eltern tun sich schwer, in dem fremden Land Fuß zu fassen, hängen sie doch zu sehr an Deutschland und machen sich Sorgen um die Verwandten, die sie dort zurücklassen mußten. Ihre Tochter Regina findet schnell und leicht Zugang zu den Menschen und dem Land, das für sie einen ganz besonderen Zauber birgt.

Durch die bildhafte Sprache wird die Mentalität der afrikanischen Bevölkerung sowie die Atmosphäre des Landes für den Leser sehr plastisch und greifbar. Insgesamt sind die Charaktere sehr ausführlich und treffend gezeichnet, nur Jettel, die Mutter von Regina, bleibt für mich irgendwie farblos und oberflächlich. Mit kleineren Abstrichen hat mir das Buch gefallen, wenn ich es auch stellenweise etwas langatmig fand.

Sonntag, 31. August 2008

Einzig dir gehört mein Herz - Petra Last

Kurzbeschreibung:

Auf ihrer strapaziösen Reise im Frühsommer 1872 mit einem Siedlertreck von St. Louis zu ihrem Verlobten Charles Eaton nach Silver Springs fällt Emily Bradshaw einem Indianerangriff zum Opfer und wird entführt. Nur die Liebe zu Charles lässt sie noch hoffen. Dieser beauftragt das Halbblut Rafael »Rafe« McKinlay, Emily zu suchen. Es wird eine Rettung mit fatalen Folgen: Eine schwere Beinverletzung, die Rafe sich bei einem Schusswechsel mit einer Verbrecherbande zuzieht, zwingt sie, in einer Höhle in den Rocky Mountains zu überwintern. Die beiden kommen sich unweigerlich näher und spüren mehr als nur Sympathie füreinander. Derweil können die Banditen den Frühling kaum erwarten, um sich erneut an die Verfolgung von Rafe und seiner Schutzbefohlenen zu machen ...

Meine Meinung: * * * * 1/2
Ein leicht und flüssig zu lesender Roman, der sehr gut für einen gemütlichen Nachmittag oder Abend geeignet ist. Die Protagonisten sind detailreich beschrieben, und die Story ist insgesamt sehr spannend, auch wenn schon klar ist, dass es ganz sicher ein Happy End gibt. Es werden zwar so einige Klischees bedient, aber das hat dem Lesevergnügen keinen Abbruch getan. Etwas "seltsam" fand ich die Geschichte mit dem angeblichen Schlangenbiss und dessen "Behandlung". Diesen Abschnitt fand ich weder lustig noch erotisch, sondern er war schlicht und einfach unnötig.

Die Nebel von Avalon - Marion Zimmer Bradley

Kurzbeschreibung:

Die amerikanische Fantasy-Autorin Marion Zimmer Bradley hat ein gewaltiges Epos in der großen Tradition der Ritterromane geschaffen, in dem sie den Zauber der alten Mythen und Legenden um König Artus wieder heraufbeschwört. Es ist Morgaine, die Hohepriesterin des Nebelreichs Avalon und Schwester von Artus, die hier die wahre Geschichte von ihrem königlichen Bruder erzählt, von den Rittern seiner Tafelrunde, allen voran Lancelot, und von den Mysterien diesseits und jenseits dieser Welt. Wohl zum ersten Mal erzählt eine Frau diese wundersame Geschichte, zeigt die christlich stilisierten Heldengestalten in einem neuen Licht und erinnert daran, daß einst Frauen die Macht in den Händen hielten: Sie lenken im Verborgenen das Geschick ihrer Zeit und setzen den König der Legenden auf den Thron, geben ihm das heilige Schwert Excalibur, mit dem er die Sachsen für immer vertreibt. Aber es geht um mehr bei diesem Kampf auf Leben und Tod. Rituale, Magie, visionäre Einsichten, Versagen und Größe fordern die Menschen heraus, die um den richtigen Weg des Glaubens und des Lebens ringen. In der Enthüllung des Mysteriums vom Heiligen Gral erfüllt sich das Schicksal von König Artus und seinen Rittern. Es ist Höhepunkt und Abstieg zugleich, denn Avalon, die Insel der Apfelbäume, die alte Welt der Naturreligion, versinkt unwiederbringlich in den Nebeln der Zeit.

Meine Meinung: * * * * *

Das Buch habe ich bereits vor 25 Jahren einmal gelesen, und es hat mich damals sehr beeindruckt und dazu geführt, dass ich mich ausführlicher mit der Artus-Sage befasst habe. Jetzt habe ich es wieder aus dem Regal geholt und lese es erneut, denn es gibt eine Leserunde dazu bei den Büchereulen. Ich habe festgestellt, dass ich es heute mit ganz anderen Augen lese. Damals habe ich die Geschichte regelrecht verschlungen und war mit dem Buch, das ja knapp 1100 Seiten dick ist, innerhalb weniger Tage durch. Heute lese ich es langsamer, bewußter. Vieles von der Handlung hatte ich völlig vergessen. Es ist immer wieder spannend, nach so vielen Jahren wieder in eine Geschichte einzutauchen, die einem einst sehr vertraut war. Meine ausführlichen Kommentare könnt ihr bei der Leserunde nachlesen:

Leserunde: Die Nebel von Avalon

Sonntag, 17. August 2008

Feuergipfel - Elizabeth Lowell

Kurzbeschreibung:
Als Elyssa aus den Bürgerkriegswirren nach Nevada zurückkehrt, findet sie ihre Ranch geplündert und verwüstet vor. Eine Bande Gesetzloser belagern ihren Besitz. Aber die stolze Schönheit gelobt sich, niemals wieder ihre Heimat in den Ruby Mountains zu verlassen - auch wenn das bedeutet, den zweifelhaften Revolverhelden Hunter Maxwell zum Schutz anzuheuern. Eine untreue Ehefrau hat Hunter zu einem unerbittlichen Mann gemacht. Nie wieder wird er einer Frau sein Vertrauen schenken. Doch plötzlich sieht er sich in den Wirren einer Leidenschaft gefangen, die so heiß glüht wie die Sonne über den Gipfeln Nevadas.


Meine Meinung: * *
Bei diesem Buch geht's schon gleich mit dem Cover los, die Protagonisten sind völlig anders beschrieben als abgebildet. Ich mag das gar nicht, denn schon beim Aufschlagen des Buches macht man sich eine völlig falsche Vorstellung: Elyssa wird als silberblond beschrieben, und Hunter hat im Roman schwarzes Haar, also ganz im Gegensatz zur Abbildung.
Eigentlich mag ich die Mischung aus Western und Liebesroman recht gerne, aber mit diesem Roman bin ich gar nicht warm geworden. Die Protagonisten reden und benehmen sich derart aneinander vorbei, dass man es gar nicht mit anschauen kann. Und für viele Handlungen , besonders von Hunter konnte ich kein Verständnis aufbringen, so dämlich fand ich das ganze. Klar, er war enttäuscht von seiner verstorbenen Ehefrau, aber wie er Elyssa behandelt, ist wirklich heftig. Allerdings kann ich auch sie nicht recht verstehen, denn sie trägt Seidenkleider, auch bei der nicht immer sauberen Arbeit auf der Ranch. Angeblich hat sie nichts Passendes, aber später in der Geschichte zeigt sich, dass es doch auch anders geht. Eigentlich hatte ich eine leichte, schnell zu lesende Wochenendlektüre gesucht, und Elizabeth Lowell wird in Buchkritiken häufig gelobt, aber letztendlich hat mich der Roman ziemlich gelangweilt.

Samstag, 16. August 2008

Die Musik der Wale - Wally Lamb

Kurzbeschreibung: * * * * *
Dolores Price ist dreizehn, als ihre kleine Welt aus den Fugen gerät. Von einem Tag auf den anderen verläßt ihr Vater die Familie und stürzt ihre lebenslustige Mutter in eine tiefe Krise. Wie ein plötzlich gestrandeter Wal kommt Dolores sich vor. Aber große Mädchen weinen nicht, und deshalb beginnt Dolores ganz allein ihre Suche nach Liebe und Wahrheit...

Das Buch hat mich sehr nachdenklich gemacht. In der Leserunde bei den Büchereulen haben wir wieder ausführlich darüber geschrieben:
Zur Leserunde

Freitag, 8. August 2008

Effi Briest - Theodor Fontane

Das Buch habe ich mir Anfang der siebziger Jahre gekauft, und schon damals hat es mich sehr beeindruckt und berührt. Für mich persönlich ist es das beste Buch von Fontane, das ich gelesen habe. Jetzt gab es eine Leserunde bei den Büchereulen, und ich konnte nicht widerstehen, den Roman erneut zu lesen. Ich habe es nicht bereut, es ist ein Klassiker, den man immer wieder zur Hand nehmen kann, und bei jedem Lesen entdeckt man das Buch neu.
Näher zu einzelnen Szenen und Kapiteln habe ich mich hier geäußert:
Leserunde
* * * *
Kurzbeschreibung:
Die siebzehnjährige Effi von Briest heiratet den früheren Verehrer ihrer Mutter, Baron von Innstetten, und folgt ihm in ein Provinzstädtchen in Hinterpommern. Von ihrem Mann vernachlässigt und angeödet von der Provinzialität ihrer Umgebung, geht sie eine Liaison mit dem Frauenhelden Crampas ein. Durch die Entdeckung von Crampas Liebesbriefen wird der Fehltritt Jahre später entlarvt. Baron von Innstetten, durchaus wissend um die Hohlheit der ihm auferlegten Moral, fordert den Liebhaber seiner Frau zum Duell und tötet ihn; es folgt die Scheidung und Effi Briests gesellschaftliche Ächtung. Für Thomas Mann ist der Roman aus dem Jahr 1895 Fontanes »modernstes Werk, das am deutlichsten über die bürgerlich realistische Epoche hinaus in die Zukunft weist«.

Montag, 28. Juli 2008

Die Priesterin von Avalon - Marion Zimmer Bradley

Und auch im Moment lese ich wieder einen Avalon-Roman von Marion Zimmer Bradley. Das Buch gab es kürzlich als Geschenk bei einer Weltbild-Bestellung dazu, es kam gerade recht, denn
genau dieses Buch hat mir noch gefehlt. Von der "Herrin von Avalon" geht es in einem Zeitsprung zurück zur Handlung, als Dierna noch ein Kind war. Die Geschichte beginnt im Jahr a.D. 249.

Kurzbeschreibung:
Helena ist die Tochter der Hohepriesterin von Avalon. Ihr wird prophezeit, dass sie einst am Wendepunkt der Zeiten die Brücke zwischen zwei Welten schlagen wird. Als Kind wird sie am Hof ihres Vaters nach den Sitten der Römer aufgezogen, aber im Jahre 259 kehrt sie nach Avalon zurück, um dort die Mysterien der Göttin zu hüten. Bald werden ihre magischen Kräfte deutlich. In einer Vision erblickt Helena das Gesicht eines Römers, Konstantius. Er ist der Mann, den sie lieben wird. Nach Erwachen ihrer magischen Kräfte und der Geburt des gemeinsamen Sohnes mit dem Feldherrn Konstantius kehrt sie ein letztes mal nach Avalon zurück...


Meine Meinung * * * * 1/2
zum Buch gebe ich wieder im Leserunden-Thread bei den Büchereulen ab:
Zur Leserunde "Die Priesterin von Avalon"


Zwischendurch habe ich noch dieses Buch gelesen. Es ist nicht dick, aber sehr inhaltsschwer und aussagekräftig. Gerade im Gespräch mit Kindern über dieses wichtige und brisante Thema kann dieses Buch eine gute Hilfe sein, die richtigen Erklärungen und Worte zu finden. Das Buch sollte zur Pflicht-Lektüre in der Schule gehören, finde ich. Es kriegt volle 5 Sterne von mir.
* * * * *

Aus der Amazon.de-Redaktion:
Papa, sag was ist ein Fremder? Diese naive Frage seiner zehnjährigen Tochter war der Zündfunken für den heute in Frankreich lebenden marokkanischen Schriftsteller Tahar Ben Jelloun. Auf der Suche nach der richtigen Antwort entwickelt sich ein Gespräch zwischen Vater und Tochter, das rasch von Ausländern, Fremde über Vorurteile bis zu Rassismus und Genozid führt.
Wie aktuell das Thema ist, läßt sich an den kriegerischen Auseinandersetzungen im Kosovo ablesen. Wer hätte gedacht, daß am Ende des 20. Jahrhunderts immer noch "ethnische Säuberungen" und Massaker an Menschen vorherrschende Themen sein werden?
Tahar Ben Jelloun geht sensibel mit Begriffen wie zum Beispiel Antisemitismus um. Er versucht seiner Tochter zu erklären, was sich dahinter verbirgt, auch wenn es für das Mädchen mitunter schwer nachzuvollziehen ist, wie engstirnig Menschen denken können. "Fremdenhaß entsteht aus dreierlei Gründen: aus Angst, aus Unwissenheit und aus Dummheit."
Es ist ein wichtiges Anliegen des Buches, den Blick kleiner Kinder zu weiten und ihnen ein Beispiel an Toleranz vorzuleben, denn Tahar Ben Jelloun weiß als Marokkaner in Frankreich genau, wovon er spricht. "Die Fremden fordern ja nicht, daß wir sie lieben, sondern daß wir ihre menschliche Würde achten. Jemanden achten bedeutet, sein Anderssein anzuerkennen und darauf Rücksicht zu nehmen."
Kein Wunder, daß das feinfühlige Gespräch mit den klar verständlichen Erläuterungen zwischenzeitlich in Frankreichs Schulen zur Pflichtlektüre gehört, denn es bietet zum einen interessierten Schülern eine Menge Antworten und den Lehrern eine fundierte Diskussionsgrundlage.

Dienstag, 22. Juli 2008

Wagnis des Herzens - Penelope Williamson



Kurzbeschreibung:
Schon seit einiger Zeit wartet die reiche und vornehme Emma Tremayne darauf, daß der junge Geoffrey Alcott, Besitzer einer großen Wollspinnerei in Bristol, um ihre Hand anhält. Jeder erwartet es, und jeder erwartet auch, daß Emma sich in ihrem Leben um nicht viel mehr kümmern wird als um die neueste Mode. Schließlich ist es soweit, Geoffrey bittet sie, seine Frau zu werden. Aber als Emma an diesem Tag mitansehen muß, wie er eine Frau schroff zurückweist, die ihr totes Kind in den Armen hält, daß in seiner Spinnerei durch einen Unfall gestorben ist, ändert sich ihr Leben von Grund auf. Sie bricht aus diesem unterkühlten goldenen Käfig aus. Endlich will sie leben und sie lernt Shay McKenna, einen irischen Revolutionär und Landarbeiter kennen, in den sie sich leidenschaftlich verliebt. Noch ahnt sie nicht, daß er zu Bria, der Frau gehört, die es gewagt hat, Geoffrey Alcott die Stirn zu bieten und ihr damit die Augen zu öffnen.



Meine Meinung: * * * * *

Es ist ein sehr berührender Roman, der über das Leben von zwei Frauen Ende des 19. Jahrhunderts berichtet. Die beiden leben in sehr unterschiedlichen Verhältnissen:
Emma, reich und schön und allen Zwängen der "feinen Gesellschaft" unterworfen. Ihre Mutter, selbst in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, erzieht sie unerbittlich und streng für eine Zukunft an der Seite eines Spinnereibesitzers.
Bria, arm, mit dem irischen Landarbeiter und Rebellen Shay verheiratet, hat zwei Töchter, die schon von klein auf in der Fabrik arbeiten müssen, und ist mit dem dritten Kind schwanger - und sie ist schwer krank und weiß, dass sie nicht mehr lange zu leben hat. Die beiden Frauen werden Freundinnen, entdecken ihre Seelenverwandtschaft. Und eines Tages spürt Bria, dass Emma ihren Mann liebt....
Der Roman läßt den Leser hinter die Kulissen des victorianischen Zeitalters blicken, und man erfährt ausführlich über die Kluft zwischen Arm und Reich, über die Tabus und Zwänge in der gehobenen Klasse, über die Probleme der damaligen Zeit und über Kinderarbeit in den Fabriken, was mich ganz besonders beschäftigt hat. Zwar enthält der Roman eine tragische und wunderschöne Liebesgeschichte, ist aber weit entfernt von purer Romantik und rosaroter Brille.

Sonntag, 20. Juli 2008

Die Herrin von Avalon - Marion Zimmer Bradley

Zur Zeit mache ich ein interessantes Experiment, ich lese ein Buch parallel im Original und in der deutschen Übersetzung. Dazu gibt's auch wieder eine Leserunde bei den Büchereulen, wo wir sehr erstaunliche (und ärgerliche) Entdeckungen gemacht haben. Ich hätte nicht gedacht, dass die Übersetzung derart stark vom Original abweicht. Für Interessierte, hier ist der Link zur Leserunde



Kurzbeschreibung:
Avalons Zukunft liegt in den Händen der weisen Frauen!
Das lang gehütete Geheimnis um die Anfänge des Nebelreiches wird entschlüsselt. Die Geschichte der ersten Tage von Avalon beginnt mit Tiriki, Priesterin und Prinzessin von Atlantis. Sie und die letzten Überlebenden ihres Volkes sind an der Küste Britanniens gestrandet. Tiriki weiß um ihre Aufgabe, ein Heiligtum für den alten Glauben an die Große Mutter zu errichten. Während dieser magische Ort unter großen Gefahren entsteht, erfüllen sich die Schicksale der Vorfahren von König Artus und dessen Schwester Morgaine.
Caillean, Dierna, Viviane - diesen drei Hohepriesterinnen ist es bestimmt, über das Schicksal von Avalon zu walten. Im Jahre 98 n. Chr. ist Avalon die letzte Zufluchtstätte des alten Glaubens, und seine Bewohner leben in Eintracht mit den ersten Christen auf der Insel. Doch es ist eine Zeit des Umbruchs und des Wandels: Auf Avalon wirken noch andere, geheimnisvolle Kräfte. In höchster Not gelingt es, die Insel im Nebel versinken zu lassen und von der äußeren Welt abzutrennen. Nur so ist es den Priesterinnen möglich, über Jahrhunderte hinweg das Wissen um die uralten Mysterien und die Kraft des Mondes zu bewahren. Wird es die Bestimmung der Herrin von Avalon sein, mithilfe ihrer weisen Voraussicht das zerrissene Britannien zu einen?

Meine Meinung:

Lady of Avalon: * * * *

Die Herrin von Avalon: * * *

Wie schon in der Leserunde geschrieben, war ich von der deutschen Übersetzung ziemlich enttäuscht. Darum kriegt sie auch nur 3 von 5 Sternen. Das englische Original hat mir sehr viel besser gefallen, und darum kriegt es 4 Sterne.

Dienstag, 1. Juli 2008

Das Lächeln der Fortuna - Rebecca Gablé

Kurzbeschreibung:
England 1360. Nach dem Tod seines Vaters, des ehemaligen Earl of Waringham, reißt der zwölfjährige Robin aus der Klosterschule aus und verdingt sich als Stallknecht auf dem Gut, das einst seiner Familie gehörte. Als Sohn eines angeblichen Hochverräters zählt er zu den Besitzlosen und ist der Willkür der Obrigkeit ausgesetzt.Besonders Mortimer, der Sohn des neuen Earl, schikaniert Robin, wo er nur kann. Zwischen den Jungen erwächst eine tödliche Feindschaft.Aber Robin geht seinen Weg, der ihn schließlich zurück in die Welt von Hof, Adel und Ritterschaft führt. An der Seite des charismatischen Duke of Lancester erlebt er Feldzüge, Aufstände und politische Triumphe - und er begegnet Frauen, die ebenso schön wie gefährlich sind.Doch das Rad der Fortuna dreht sich unaufhörlich, und während ein junger, unfähiger König England ins Verderben zu reißen droht, steht Robin plötzlich wieder seinem alten Todfeind gegenüber ...

Meine Meinung: * * * * *
Dieser tolle Roman hat für mich eindeutig das Zeug zum Lieblingsbuch. Auch hier habe ich an einer Leserunde bei den Büchereulen teilgenommen, wo ich mich ausführlich zur Geschichte äußere.
Hier geht's zur Leserunde

Montag, 23. Juni 2008

Die Wälder von Albion - Marion Zimmer Bradley

Kurzbeschreibung:
Marion Zimmer Bradley schuf mit diesem Roman das gewaltige Epos der Vorgeschichte der -Nebel von Avalon-. Wieder sind es faszinierende Frauen, die das Geschehen bestimmen. Haß und Liebe, Fanatismus und Leidenschaft, Magie, Macht und Ehrgeiz setzen folgenschwere Ereignisse in Gang, und immer geht es um das packende Schicksal von Menschen, die sich bewähren oder scheitern. Im Strom des Geschehens ist es ihre Zerrissenheit und Unsicherheit, ihr Denken, Fühlen und Handeln, dem man mit Spannung folgt.

Meine Meinung: * * * *
Zu diesem Buch gibt es eine Leserunde bei den Büchereulen, an der ich teilgenommen habe: Zur Leserunde

Dienstag, 10. Juni 2008

Der lange Treck nach Sacramento - Curtis Ann Matlock



Klappentext:


Seit Lilly Blackwell ihrem Mann Tyler 1849 nach Santa Fe gefolgt ist, sehnt sie sich zurück in ihr begütertes Elternhaus in Pasquotank Country. Denn ihr Gatte erweist sich als haltloser Spieler, und gebrochene Versprechen verbittern sie mehr und mehr - bis ein launisches Schicksal sie über Nacht zur reichen Witwe macht: Fünftausend Schafe gewann Tyler in seinem letzten, tödlichen Spiel. Und als Lilly die Herde bestaunt, ergreift nie gekannte Erregung ihr plötzlich wild pochendes Herz. Was, wenn sie den Pelztierjäger McCree, statt ihm die Herde an Ort und Stelle zu verkaufen, auf seinem Vietreck nach Sacramento begleitete?.....




Meine Meinung: * * * *


Auch wenn immer mal wieder die alten Klischees bedient werden, fand ich den Roman insgesamt recht realitätsnah. Die Situation während der Reise, die Erlebnisse und die Beziehungen der verschiedenen Teilnehmer untereinander, alles ist sehr ausführlich und doch spannend geschildert. Schön finde ich, dass die Protagonisten nicht als "Übermenschen" dargestellt werden, wie oft bei derartigen "Helden" der Fall. Es sind ganz normale Menschen mit Schwächen und Fehlern und trotzdem liebenswert.

Annas Entscheidung - Sabine Kornbichler



Nach dem Unfalltod ihrer geliebten Eltern ist Anna völlig am Boden zerstört - und stürzt sich Hals über Kopf in eine Beziehung mit dem Mediziner Steffen, der sich liebevoll um sie kümmert. Sie könnte wieder Geschmack am Leben finden, wäre da nicht Thea, Steffens Mutter, die sich als ewiges Opfer fühlt und von ihrem Sohn ständige Zuwendung fordert. Ehe sie sich versieht, wird auch Anna zur Zielscheibe des Giftes, mit dem Thea ihre Umgebung lähmt. Doch da ist auch noch Ruppert, der ihr mit seinen lebensklugen Ratschlägen immer wieder den Spiegel vorhält und Anna neuen Lebensmut gibt ...


Meine Meinung: * * * *
Ein sehr lebendiger Roman, wenn auch so manche Szene ein wenig übertrieben wirkt. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, die Protagonisten sind alle sehr menschlich und zum großen Teil sympathisch.

Zeiten der Leidenschaft - Shana Abé



Kurzbeschreibung:
Eine sagenumwobene schottische Insel verzaubert Liebende in drei Jahrhunderten.
Eine verführerische Sirene rettet Prinz Aeden im Jahr 531 vor der schottischen Insel Kell vor dem Ertrinken. Der Herzog von Kell, Ronan McMhuirich, entbrennt 1721 in leidenschaftlicher Liebe zu der Frau, die ihm nach dem Leben trachtet. Und Ruriko Kell erbt 2004 eine Insel, von deren Existenz alte Legenden berichten. Sie ahnt nicht, dass das Leben des attraktiven Ian MacInnes ganz eng mit dem sagenumwobenen Eiland verbunden ist ...

Meine Meinung: * * * 1/2
Neu ist das Thema ja nicht: Liebespaare verschiedener Jahrhunderte sind durch ein magisches Amulett (und hier durch eine Insel) auf rätselhafte Weise miteinander verbunden. Ich habe vor längerer Zeit einen Roman gelesen, der ähnlich aufgebaut war. Damals ging es um einen Skarabäus.
Sehr irritierend fand ich die vielen Zeitsprünge, besonders im dritten Teil. Man wußte teilweise gar nicht mehr, von welchem Paar gerade die Rede ist.

Ich vergebe 3 1/2 Sterne

Umzug

Nach reiflichen Überlegungen habe ich beschlossen, mein Lesetagebuch per Blog weiterzuführen. Hier geht's zum Archiv, wo meine frühere Lektüre erfasst ist:
http://de.geocities.com/susisorglos8/lesen.htm

Hier ist meine Liste der im Mai gelesenen Bücher:

Penelope Williamson - Flammen im Wind **


Jill Smolinski - Die Wunschliste ****1/2


J. R. Ward - Black Dagger 1 / Nachtjagd *****


J. R. Ward - Black Dagger 2 / Blutopfer *****


Nora Roberts - Die Tochter des Goldsuchers ***1/2


Anne Rice - Der Fürst der Finsternis ****
Zu diesem Buch gibt's eine Leserunde bei den Büchereulen



Antti Tuuri - Loch im Himmel **